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Montag, 8. Mai 2006

Aufgegabelt

Der Saschi hat, was wohl jeder gern hätt',
drum zeigen wir es hier im Internet.
Gänzlich einzigartig, ja fa-bel-haft
- man betrachte nur den Gabelschaft!
An den vier plus zehn Buchenstaben
kann man sich trotz leerem Teller laben
Die Augäpfel sehen sich dran satt,
denn dort steht "Krh Stalinstadt".

Bereitgestellt von Saschi. Danke.

Sonntag, 7. Mai 2006

New Kids On The Blogg

Den heutigen Sonn-Tag habe ich im schönen Eisenhüttenstadt verbracht, um mich mit Ben, Silvio und ALex, den Blogwarten vom EisenhüttenBlog, zu Kooperationsvereinbarungen zu treffen. Die Zusammenkunft stand ganz im Zeichen des Genusses des vielfältigen Angebots urbaner Eisenhüttenstädter Freizeitgestaltung. Zum Auftakt aßen wir in der Mokka-Milch-Eisbar einen zünftigen Eisbecher, ehrten dann die gefallenen Rotarmisten auf dem Platz des Gedenkens (ehemals Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft), fotografierten im Anschluss die Stadtflagge vor dem Rathaus, welche nur zu besonderen Anlässen (wie unserem Blogwarttreffen) gehisst wird, wanderten zum gefährdeten Heimattiergarten, wo wir besonders Freundschaft mit den Kleinstlebewesen vor Ort (Mücken, Gnitzen) schlossen, warfen dann einen wehleidigen Blick auf die Ruine des AKTIVIST und beendeten unseren Ausflug bei BurgerKing, einer Fastfoodkette, die ich an dieser Stelle unerwähnt lassen möchte.

Ein Ergebnis dieses epochialen Treffens könnt ihr bereits sehen: diesen Artikel. Und, was noch viel großartiger ist - es gibt ab sofort die Eisenhüttenstadt-Encyklopädie auf http://wiki.huettenstadt.de. Musste klicken!

Auf dem Heimweg wurde ich im Dunkeln von einem Maikäfer (es gibt sie wieder!) frontal mit einem Nasenstüber kontaktiert. An dieser Stelle möchte ich mich auch gleich einmal für die guten Manieren einsetzen, denn zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt meine Hand vor dem Mund, da ich vor Müdigkeit gähnen musste, ansonsten wäre mir das kleine Maikäferchen direkt in meinen geöffneten Mund geflogen. Doch das nur am Rande.

Hütte lebt!
Und Andy Leser!

Samstag, 6. Mai 2006

Stalinstadt al tempo del declino

Für Freunde der italienischen Sprache gibt es auf den revolutionären Seiten der Partito Comunista Rifondazione (Neugründung der Kommunistischen Partei) eine unterhaltsame Leseprobe zur Eisenhüttenstadt: "Stalinstadt al tempo del declino - Stalinstadt in Zeiten des Untergangs". Einfach auf die Überschrift dieses Beitrags klicken und schon seid Ihr dort.

Darin wird, und das sogar ziemlich am Anfang, das Café Olé in der Glashüttenstraße erwähnt: "Al bar Olé, alla periferia della città, qualcuno sta spaccando legna. - Im Café Olé, am Rande der Stadt, hackt jemand Holz." Sebastian, der Größte aus der befragten Gruppe, wird mit den Worten zitiert: "Prima almeno c'era lavoro; adesso i giovani incominciano a drogarsi a 12 anni. - Zuerst gab es weniger Arbeit; und nun fangen die Jugendlichen bereits mit 12 Jahren an sich zu betäuben." Auch vollständige und dazu bekannte Namen wie Wolfgang Perske (il vice-sindaco) oder Andreas Ludwig (direttore del museo) finden in dem Artikel Erwähnung.

Doch nun auf! Lest selbst! Wie ich soeben entdecken musste, wurde der Originalartikel bereits im September 2004 auf der Seite von "LeMondeDiplomatique il manifesto" veröffentlicht.

Ciao!
Euer Harry Widertschi

Freitag, 5. Mai 2006

Anstatt Karl-Marx-Stadt

Der Begründer des theoretischen Kommunismus hätte heute seinen 188. Geburtstag. Karl Marx wurde am 5. 5. 1818 in Trier geboren, doch seinen Namen bekam eine Stadt, in der er nachweislich nie war: Chemnitz. Die SED-Regierung wollte mit der Umbenennung die Vergangenheit tilgen und ihre eigene Herrschaft namentlich zementieren. Auch das märkische Neuhardenberg, das den Namen eines einflussreichen Adelsgeschlechts trägt (derer von Hardenberg), wurde zu diesem Zweck von der DDR-Regierung in Marxwalde umbenannt. Heute tragen beide Orte wieder ihren ursprünglichen Namen. Bei der Rückbenennung ging es allerdinx nicht darum, sich an Karl Marx für die Verbrechen des Kommunismus zu rächen, sondern darum, altes Recht wiederherzustellen. Dass Marx immer noch zu den ganz großen Philosophen mit Weltbedeutung zählt, beweist die Tatsache, dass weiterhin viele Straßen in Ost UND West nach ihm benannt sind.

Wenn die Geschichte etwas anders verlaufen wäre, dann gäbe es auch Karl-Marx-Stadt heute noch – anstelle der Eisenhüttenstadt. Im Jahr 1953 hatte die Staats- und Parteiführung vorgesehen, die neue sozialistische Stadt an der Oder nach dem „größten Sohn des deutschen Volkes“ zu benennen. Doch dann starb am 5. 3. 1953, zwei Monate vor Marxens 135. Geburtstag, der „Vater der Völker“ Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, besser bekannt als Stalin. Und da in autoritären Strukturen Väter mehr Gewichtung besitzen als Söhne, gab man der Stadtneugründung den Namen Stalinstadt (die anderen sozialistischen Bruderstaaten hatten schon alle eine solche Metastase) und taufte stattdessen das sexische Chemnitz in Karl-Marx-Stadt um. Allerdinx begann bereits mit Stalins Tod auch dessen Ruhm und Ansehen zu verblassen, und ab 1961 war dann (bis auf Albanien) Schluss mit den Stalinstädten: Die Stalinstadt an der Wolga hieß wieder Wolgograd, und die Stalinstadt an der Oder wurde durch den Trick einer Ortszusammenlegung zur Eisenhüttenstadt.

Schade eigentlich. Dabei hätte die Bezeichnung Karl-Marx-Stadt durch ihren Verweis auf den Erfinder des Kommunismus, durch das dreigliedrige, gespreizt wirkende Schriftbild und den artifiziellen Klang der Namenskonstruktion auf lauter „a“-Silben viel besser zur sozialistischen Planstadt gepasst…

Übrigens, die Überschrift enthält einen externen Link, der verweist auf die digitale Ausgabe des Kommunistischen Manifests von Marx und Engels (http://gutenberg.spiegel.de), dessen Lektüre ich jedem politisch interessierten Bürger, egal welche Coleur seine Socken haben, dringstens anempfehlen möchte. Das Büchlein ist in weiten Teilen sehr luzide geschrieben und amüsant zu lesen.

(Notabene: Nein, Karl Marx gehörte nie zu den Marx Brothers und Stalin ist nicht Erfinder der nach ihm benannten Stalinorgel.)

Mittwoch, 3. Mai 2006

Zeitläufte I

"Einszweidrei, im Sauseschritt / Läuft die Zeit; wir laufen mit." Mit diesen Zeilen hat sich Wilhelm Busch einst seinen Reim auf die permanente Vergänglichkeit des Moments gemacht. Auch Orte (sowohl in der Bedeutung von Platz als auch von Stadt) verändern sich. Das Logbuch Eisenhüttenstadt möchte in kleinen Foto-Serien diese Veränderungen sichtbar machen. Während heute eher der Abriss von Häusern das Gesicht von EiHü prägt, gab es auch mal eine Zeit des Aufbaus. Von dieser Zeit zeugen die vier chronologisch aufeinander folgenden Fotos, die eine uns allen wohlbekannte Kreuzung zeigen...

Fotos & Repros: Hoppel