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Mittwoch, 4. März 2009

Kurz+mündig: Andi Leser auf Twitter

Ich mache jeden Scheiß mit. Und nach. Euern geschätzten Logbuchführer Andi Leser gibt es nach Flickr & Wiki jetzt auch auf Twitter:

https://twitter.com/andileser

Vorreiter bei diesem Hütten-Gaudi-Trend war wie immer das benachbarte Eisenhüttenstadt-Blog, das seit kurzem sein Stadtgeflüster via Twitter ausplaudert:
https://twitter.com/ehst.
Werdet auch ihr unsere Freunde und (ver)folgt unsere Twitter-Einträge!!! Wie sagt doch ein Sprichwort aus Kalkutta:

"Inder-Kürze stecken Gewürze!"
~

Mittwoch, 4. Februar 2009

Heute schon am Morgen denken

"Wissen der Zukunft"
ANDYKLOPÄDIE GmbH & Co. KG
Straße des 11. September 2001 12
98765 Musterhusen

Herrn
Andi Leser
Lin Den Alley 18a
12345 Stahlinstadt


Sehr geehrter Herr Leser,

kommt Ihnen diese Situation nicht auch bekannt vor? Sie sitzen mit Freunden beisammen und geraten plötzlich in einen handfesten Streit, weil Sie nicht genau wissen, welche Mannschaft 2014 Fußball-Weltmeister geworden ist. Oder Ihre Kinder fragen Sie, wer 2018 der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein wird. Oder Ihre Arbeitskollegen wollen erfahren, wann die nächste Finanzkrise die Weltwirtschaft bedroht.

Ab heute braucht es dafür keine Astrologie, kein Aus-der-Hand-lesen oder Stochern im Kaffeesatz mehr: Der Klügere schlägt nach!

Unsere vorläufig auf 2000 Bände konzipierte und reich illustrierte Enzyklopädie "Wissen der Zukunft" versorgt Sie mit allem Wissen rund um den Kosmos. Jedes Thema wird ausführlich erklärt und ist anschaulich bebildert. In einem separaten Teil werden die Lottozahlen des anstehenden Jahres übersichtlich aufgelistet. Und das alles zu einem sagenhaft günstigen Preis! Für nur 149,00 Euro monatlich bekommen Sie jeweils eine Ausgabe auf dem Postweg zugesandt. Bis an Ihr Lebensende und darüber hinaus – versprochen!

Und nicht nur das! Die ersten fünfzig Einsender erhalten ein Bücherregal gratis! Und ein Schrauberzieher-Set gleich noch dazu, und zwar geschenkt!

"Wissen der Zukunft" ist die Zukunft des Wissens! Die Kenntnis der Zukunft verschafft Ihnen einen unschätzbaren Vorteil, sowohl in Ihrem beruflichen als auch in Ihrem übrigen Leben! Bestellen Sie noch heute und Sie profitieren bereits morgen vom Wissen von Übermorgen!

So einfach geht’s: Füllen Sie hierzu den beigelegten Bestellschein aus und unterschreiben Sie mit Ihrem richtigen Namen. Oder rufen Sie nicht an!

Stahlinstadt im Februar 2009

Mit freundlichen Grüßen

Enzo Clopaedica / Britt Tannika
Future Manager der ANDYKLOPÄDIE GmbH & Co. KG
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Montag, 2. Februar 2009

LebeN ist NebeL

»Aber plötzlich, an manchen Herbst- oder Winterabenden, wenn die Stadt in Nebel getaucht ist, verschwinden die Leerräume, und aus dem milchigen Grau, im Licht der Laternen, tauchen Ecken, Kanten, jähe Fassaden und dunkle Torbögen auf…«
(Umberto Eco: Das Wunder von San Baudolino)

Hiermit erinnere ich erneut an den unsichtbaren Wohnkomplex.

Samstag, 31. Januar 2009

Der Lotto-Gewinner-Typ

"Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen."

Die Grundlage meines Reichtums war ein kleines Stückchen Papier, in etwa so groß wie eine Banknote. Mit diesem Tippschein gewann ich im Lotto meinen ersten Jackpot in Höhe von 33 Millionen Euro. Das Geld habe ich umgehend in neue Tippscheine investiert und auf diese Weise mein bescheidenes Vermögen um ein Beachtliches vermehrt.

Als erstes habe ich mir beträchtliche Ländereien erworben und darauf ein Schloss erbauen lassen. Mein Schloss ist angemessen groß; vom Westflügel kann man den Pariser Eiffelturm sehen, vom Ostflügel das Empire State Building. Die Dachrinnen sind aus purem Gold und die Fallrohrstutzen aus reinstem Platin. Das Haus verfügt über eine stattliche Anzahl befahrbarer Kleiderschränke sowie über eine Hut-, Schal- und eine Schuhmeile. Auch besitze ich eine zeitgenössische Bibliothek mit den Werken aller lebenden Autoren. Leider ist letzte Woche mein Bibliothekar verstorben, er hatte sich verlaufen und war verhungert. In meinem Wohnzimmer befindet sich der weltgrößte Kamin; er wird mit tausend Jahre alten Mammutbäumen beheizt. Im Küchentrakt steht eine Gefriertruhe, die sommers wie winters zum Skifahren einlädt. Nebenher kann man Vanilleeis von der Piste naschen.

Gestern Mittag hatte ich die Bevölkerung Albaniens zu Gast, morgen wollen Chinesen und Inder kommen. Die Bewirtung findet mit Meißener Porzellangeschirr statt, welches nach der Benutzung nicht abgewaschen, sondern weggeworfen wird. Das Schloss ist von einem wundervollen Englischen Garten umgeben, in dem auch ein paar Millionenstädte liegen. Den Rasen wässere ich abwechselnd mit französischem und italienischem Mineralwasser, damit er immer schön grün bleibt.

So sieht mein Tagesablauf aus: Jeden Morgen kaufe ich mir eine Bäckerei, um ein paar neue Backspezialitäten kennenzulernen. Der Fürst von Lichtenstein bringt mir die Morgenzeitung, der Sultan von Brunei die Abendpost. Nach der Zeitungslektüre halte ich eine Stunde Audienz, in der ich meinen Anwälten Anweisungen gebe, was sie heute zu tun und was sie zu lassen haben. Ich beschäftige ein Heer von 24 Anwälten, die meine Interessen vertreten. Dazu habe ich nocheinmal zwölf Anwälte auf meiner Gehaltsliste, die die ersten 24 Anwälte kontrollieren.

Jeden Tag befindet sich eine andere Aufsehen erregende Frau an meiner Seite, meist die Schönheitskönigin irgendeiner Nation. Machmal sind es auch mehrere und wir veranstalten harmlose Orgien im Champagner-Schwimmbecken. Trotz dieser Annehmlichkeiten gibt es jedoch auch Phasen der Einsamkeit; im Klub der Billionäre bin ich allein, im Klub der Billiardäre ebenso. Allerdings bin ich trotz meines vielen Geldes ein Menschenfreund geblieben. Neulich bedachte ich einen Penner mit einem 500-Euro-Schein (er hatte nicht auf hundert raugeben können). Auch konnte ich jüngst mit den Januar-Zinsen auf mein Sparbuch der US-Regierung aus ihrer Finanzkrise helfen. Derzeit überlege ich, ob ich das EKO in Stahlinstadt käuflich erwerbe – einfach nur, um Menschen bei der Arbeit zuzuschauen.

Machmal sitze ich nachdenklich auf meiner Terrasse, blicke hinüber zum Gartenpavillon (einem 1:1-Nachbau des Versailler Schlosses mit beigesellter Giseh-Pyramide zur Aufbewahrung von Harke, Schippe und Spaten) und denke mir: Das kann doch nicht alles gewesen sein! Und richtig, gestern hatte ich wieder einen Sechser im Lotto.

Dankeschön und auf Wiedersehn!

Mittwoch, 28. Januar 2009

Ode an den Klingenstahl

Mein Bart,
der haart.
Er harrt
einer Rasur.
Was mache ich da nur?
Ich habe keine Klinge
(es klingt nicht, wenn ich singe),
nehme ein Messer aus klingendem Stahl
das macht die Kinnglatze wieder kahl.
~
Da das Eisenhüttenstadt-Blog sich neulich in Versform und zurecht über eine schlecht gereimte Hausbeschreibung entrüstete, wollte ich nicht zurückstehen und habe mir über Tage! Wochen! Monate! diesen obigen Reim abgerungen. Und schon ist er verklungen.