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Donnerstag, 28. Januar 2010

Unsterblich und nun tot

Jerome David Salinger, Autor von Der Fänger im Roggen, ist am Mittwoch im Alter von 91 Jahren verstorben. Salinger, dem in jungen Jahren von Ernest Hemingway "verdammtes Talent" bescheinigt worden war, schaffte, wovon viele Literaten träumen: Mit einem einzigen Roman erlangte er Weltruhm und sein Name wurde unsterblich. Seine Geschichte um den Schulversager Holden Caulfield verkaufte sich seit 1951 rund 25 Millionen Mal. Das Buch gehört mancherorts zur Schullektüre. Seit 1965 hatte Salinger dann keine Bücher mehr veröffentlicht, sein letztes Interview gab er im Jahr 1980.

Was die Nachrufe verlegen verschweigen: The Catcher in the Rye hatte Mark David Chapman seinerzeit dazu "inspiriert", am 8. Dezember 1980 meinen Lieblingsbeatle John Lennon zu erschießen. Seit seiner Kindheit sei Chapman angeblich von dem Buch besessen gewesen. Merkwürdigerweise ist der Mittelname bei Autor und Mörder gleich: David.

"Am 8. Dezember verließ Chapman gegen 14:00 Uhr das Hotel, kaufte zuerst Lennons LP Double Fantasy und dann in einem Schreibwarenladen eine Ausgabe des Romans Der Fänger im Roggen, seine eigene Ausgabe hatte Chapman in Hawaii vergessen." (Quelle: Wikipedia) Chapman hatte darin die Aufforderung "gelesen", eine Berühmtheit zu ermorden, um mit dieser Wahnsinnstat wahlweise das Buch oder sich selbst berühmt zu machen. Was ihm ebenso gelang, wie einst dem griechischen Hirten Herostratus, der aus reinem Geltungsbedürfnis im Jahr 356 v. Chr. ein Weltwunder in Brand steckte und dadurch zu zweifelhaftem Ruhm kam.

Mir ist übrigens mit J. D. Salingers einzigem Roman auch mal etwas verrücktes passiert. Als der Sonnenallee-Autor Thomas Brussig am 23. Oktober 1996 im Eisenhüttenstädter Mercedes-Autohaus zu einer Buchvorstellung inklusive Lesung weilte, war ich auch anwesend. Thomas Brussig stellte damals gerade seinen (meiner Meinung nach von Philip Roths Pupertätsroman "Porntoy's Complaint" inspirierten) Wenderoman "Helden wie wir" vor. Im Anschluss gab es die üblichen Fragen: Wie haben Sie Schreiben gelernt? Was haben Sie sich dabei gedacht? Schreiben Sie schon das nächste Buch? Unter anderem auch die Frage: Welches Buch hat Sie dazu gebracht, eine schriftstellerische Laufbahn einzuschlagen? Antwort: "Der Fänger im Roggen". Genau das Buch hatte ich damals im Rucksack dabei, allerdinx nicht dieselbe Ausgabe. Toll, nicht?

Als ich es beim Signieren auspackte und vorzeigte, schien der Brussig nicht überrascht, guckte eher abwesend an mir vorbei. Naja, mich hat das Buch auch nicht sonderlich überrascht, verstehe den ganzen Hype um Holden Caulfield nicht so ganz. Das Buch hat John Lennon getötet! Das sollte allen Deutsch- und Englischlehrern mal zu denken geben!

Donnerstag, 5. Juli 2007

Affentanz

Sieh sich doch mal einer diese Affen an! Laufen auf allen Vi(e)ren herum und geben vor, Cousins des Menschen zu sein. Der naturverbundene Urwald-Orang-Utan mutierte zur mechanischen Uhrwerk-Orange und entfernte sich von seinen Wurzeln. Nebenbei bemerkt: Orang Utan bedeutet auf malaiisch "Waldmensch". Immer gibt es irgendwo ein Affentheater. Wie oft hörte ich zu meiner Kinderzeit meinen Vater fluchen: "Jetzt haben die Affen schon wieder den Strom abgestellt!" Besonders viele Gier-Affen zog es nach der Abholzung der Regenwälder und der Versteppung der Landschaften in die Politik.

Wer als Kind oder auch als Entwachsener desöfteren den Rosenhügel entlang spazierte, wird diese beiden harmlosen Schimpansen gesehen und sich mit ihnen zusammen auf einer Fotografie verewigt haben lassen. Irgendwie erschienen einem die zwei Kumpel-Kusins dabei so friedlich und vertraut, als ob sie das genetische Gedächtnis an etwas aus grauer Vorzeit erinnerten, an den "Moment, wo sich der Mensch vom Affen trennt."

Doch dieses Bild täuscht, zumindest in Bezug auf die Örtlichkeit, denn die beiden Bronzillas stehen ja gar nicht auf dem Rosenhügel, sondern in Berlin. Nur wo da? Wer es weiß, schreibt es in einen Kommentar.

Foto: Jim Panse
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Dienstag, 22. Mai 2007

Arbeiter und Bauern, macht los!


Ein Großbauer aus Neuzelle sollte in den 1950er Jahren in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gezwungen werden, das Ziel war die Enteignung durch Kollektivierung. Darauf erwiderte der Bauer:

"Bitte verschont mich, ich habe Sau und Rind!"

Wer weiß, wo sich das oben abgebildete Wandrelief soprafinestra befindet. Kleiner Tipp: Es handelt sich hierbei um ein Kulturhaus auf dem Lande, und zwar aus der Zeit der Nationalen Bautradition der DDR, was dessen baulichen Entstehungszeitraum (1950-55), aber nicht dessen Standortmöglichkeit stark einschränkt. Darüber hinaus sind hier LPG-Witze als Kommentare sehr gern gesehen.
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Freitag, 26. Januar 2007

Eis + Schnee + Stadt


Mia Klinkhardt: Mein Weihnachtswunsch

Neulich holte ich den Vater
abends am Fabriktor ab.
Plötzlich tanzten erste Flocken
von dem Himmel sacht herab.


Mir wurde gesagt, Mia Klinkhardt sei irgdenwie mit der Eisenhüttenstadt verbunden. Leider konnte ich bisher nichts genaueres dazu recherchieren. Wer weiß, was diese Dichterin mit Stadt+Werk zu tun hat, möge es mir bitte mitteilen. Als Kommentar. Falls sich die ganze Sache als Hirngespinst herausstellt, so ist der Bezug an dieser Stelle nicht ganz so weit hergeholt, denn immerhin hatten wir in den jüngsten Tagen den ersten Schnee in diesem Winter. Und in diesem Jahr. Wessen Weihnachstwunsch ist hiermit in Erfüllung gegangen? Geständnisse und Bekenntnisse sind ebenfalls als Kommentar willkommen.
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Foto: zickenines (c) flickr.com

Freitag, 13. Oktober 2006

Neue Rätseligkeit

Wo befindet sich diese herausragende Inschrift und worauf soll sie hinweisen? Bitte posten!

Donnerstag, 12. Oktober 2006

Dritte Rätseligkeit

Wo in der Stadt steht dieser mit exklusiver Terrasse und erlesener Literatur ausgestattete schöne Pavillon? Mögliche Antworten bitte posten.