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Freitag, 12. Mai 2006

Liste VI: Blogg, Hütte!

In den Neunzigern hieß es EHST ROCKT, nun lautet die Parole EHST BLOGGT. Da ist es naheliegend, auch hierzu eine Liste mit den bereits existierenden (und später dazustoßenden) Bloggs zu erstellen, um 1.) einen kleinen Überblick zu geben und 2.) Synergieeffekte zwischen den einzelnen Logbüchern zu provozieren, denn auch eine virtuelle E-Stadt lebt von der Vielfalt ihrer Bürger. Hier die vorläufige Liste, weitere Einträge sind sehr willkommen!

1) Eisenhüttenstadt Blog (http://eisen.huettenstadt.de)
2) Logbuch Eisenhüttenstadt (da bist du gerade, lieber Leser)
3) AusHütte (http://www.aushuette.de)
4) EHST im EXIL (http://www.icke-ecke.de)
5) Alfred Reisner (http://www.stalinstadt.de)
6) ...

Donnerstag, 11. Mai 2006

Wiki:Hüttenstadt sucht Logo

Geneigter Leser, Deine Kreativität ist gefragt. Die Kollegen vom Eisenhüttenstadt Blog brauchen unsere Hilfe. Welches Logo soll fortan das Wikipedia aus und über Eisenhüttenstadt verzieren? Es sollte originell sein und etwas mit der Stahlstadt zu tun haben. Trage Deine Idee(n) bitte als Kommentar zu diesem Eintrag, oder noch besser unter dem Originalbeitrag (einfach auf die Überschrift oder den Link hier klicken), ein.

Mittwoch, 10. Mai 2006

EisenhüttenBibliografie 1.0

Das Logbuch Eisenhüttenstadt, euer treuer Freund und Begleiter durch den stahlgrauen Alltag, hat ein neues gigantomanisches Projekt in Angriff genommen: Die ultimative Eisenhüttenstadt Bibliografie. Kann sein, dass dies unsere Kräfte übersteigt. Kann sein, dass wir an dieser Aufgabe zerschellen wie Eierschalen an einer explodierenden Atombombe. Kann sein, dass die meisten unter uns die Fertigstellung dieses Projekts nicht mehr erleben werden (ein ParadoX: die ultimative EH-Bibliografie wird niemals fertig sein, denn das ultimativ letzte EH-Buch wird nie gedruckt werden). Trotz alledem! Lasst mich mit den Worten von Che Guevara antworten: "Seien wir realistisch! Versuchen wir das Unmögliche!" Auf zur ersten Version! (Lieber BigBiblioBen, ich hoffe künftig auf deine Rechercheerfahrungen beim weiteren Ausbau dieser Datenbank.)


FACH- & SACHBÜCHER:

Stadt Eisenhüttenstadt / Museum / Galeriebeirat (Hg.): 50 Jahre Kunstsammlung Eisenhüttenstadt. Ausstellung Mensch Industrie Stadt. Leipzig: 2000.

Lutz Schmidt, Herbert Nicolaus (Hg.: EKO Stahl): Einblicke - 50 Jahre EKO Stahl. 2000.

Dagmar Semmelmann / Geschichtswerkstatt Eisenhüttenstadt e.V. (Hg.): Eisenhüttenstädter Lesebuch. Interviews. Berlin: 2000.

Elisabeth Knauer-Romani: Eisenhüttenstadt und die Idealstadt des 20. Jahrhunderts. Weimar: 2000.

Valérie Lozac'h (Hg.): Eisenhüttenstadt. Leipzig: 1999.

Ruth May: Planstadt Stalinstadt. Ein Grundriß der frühen DDR - aufgesucht in Eisenhüttenstadt. in: Dortmunder Beiträge zur Raumplanung, Nr. 92 (Hg.: Institut für Raumplanung [IRPUD], Fakultät Raumplanung, Uni Dortmund).

Arbeitsgruppe Stadtgeschichte (Hg.): Eisenhüttenstadt: „Erste sozialistische Stadt Deutschlands“. Berlin: 1999.

Rosmarie Beier (Hg.): Aufbau West Aufbau Ost. Die Planstädte Wolfsburg und Eisenhüttenstadt in der Nachkriegszeit. Buch zur Ausstellung des Deutschen Historischen Museums 16. Mai bis 12. August 1997.

Jenny Richter, Heike Förtser, Ulrich Lakemann: Stalinstadt - Eisenhüttenstadt. Von der Utopie zur Gegenwart. Marburg: 1997.

Helmut Ohl: Städte im Aufbruch. (Eisenhüttenstadt, Beeskow...) Fürstenwalde/Spree: 1995.

Tilo Köhler:
1) Kohle zu Eisen, Eisen zu Brot. Die Stalinstadt. Berlin: 1994.
2) Lust am Schaffen, Freude am Leben. Die Stalinwerke. Berlin: 1995.

Klaus-Dieter Gansleweit (Redaktion): Eisenhüttenstadt und seine Umgebung. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme im Gebiet zwischen Oder, Neiße und Schlaubetal um Eisenhüttenstadt und Neuzelle. Berlin: 1986. (Werte unserer Heimat; Band 45).

Kurt W. Leucht / Deutsche Bauakademie: Die erste neue Stadt in der DDR. Planungsgrundlagen und -ergebnisse von Stalinstadt. Berlin: 1957.


BELLETRISTIK:

Rainer Kerndl: Der „jungsche“ Ingenieur. in: Die von Morgen träumen... (Anthologie) Berlin: 1959.

Hans Marchwitza: Roheisen. Roman. Berlin: 1955.

Karl Mundstock:
1) Helle Nächte. Roman. Halle/Saale: 1952.
2) Wo der Regenbogen steigt. Skizzen. Halle/Saale: 1970


WEITERE TITEL, in denen Eisenhüttenstadt eine Rolle spielt:

Elisabeth Pfister: Unternehmen Romeo. Die Liebeskommandos der Stasi. Berlin: 1999, S. 158-177.

Marta Rojas, Mirta Rodríguez Calderón (Hg: Nadja Bunke): TANIA la guerrillera. Havanna: 1970 (Berlin: 1998).

Eberhard Panitz: Tamara Bunke. Mit Che Guevara in Bolivien. GNN Verlag: 1995, S. 24-28.

José A. Friedl Zapata: TANIA. Die Frau, die Che Guevara liebte. Berlin: 1997, S. 18-33.

Lutz Niethammer, Alexander von Plato, Dorothee Wierling: Die volkseigene Erfahrung. Eine Archäologie des Lebens in der Industrieprovinz der DDR. 30 biographische Eröffnungen. Berlin: 1991.

Thomas Topfstedt: Städteumbau in der DDR 1955-1971. Leipzig: 1988.

Dienstag, 9. Mai 2006

Abrissbirnenkompott

An dieser Stelle wird anhand von neun Bildern gezeigt, wie ein Plattenbau in einen platten Bau verwandelt wird. Wie lateinerten die verdroschenen Römer in den AsteriX-Heften immer so schön: Sic transit gloria mundi. So vergeht der Ruhm der Welt. Die Bilderreihe entstand übrigens nicht im vom Komplettabriss bedrohten VII. WohnkompleX, sondern im fast komplett sanierten VI. WohnkompleX (Fröbelring! sagt Dirk, der Fotograf; Diesterwegring! sage ich, der TeXtator).









Fotos (alle): Apollon Dirk Díaz

Montag, 8. Mai 2006

Stahlwerk Orange. Romanfragment.

„In einer Welt, in der man nur noch lebt,
damit man täglich roboten geht,
ist die größte Aufregung, die es noch gibt,
das allabendliche Fernsehbild.
Jeder Mensch lebt wie ein Stahlwerk,
wie ein Computer programmiert.
Es gibt keinen, der sich dagegen wehrt,
nur ein paar Jugendliche sind frustriert.“
(Die Toten Hosen: Hier Kommt Alex!)


„Hej – was geht ab?“
Da saßen wir nun, das heißt ich, Alex, und meine drei Droogs Ben, Ken und Sven, in der Mokka-Milch-Eisbar und überlegten, was wir mit diesem jungen Frühlingsabend anstellen sollten. Die Mokka-Milch-Eisbar war der einzige Ort in Satelittenhüttenstadt, an dem man Schwedeneisbecher löffeln oder aber die obergeile Fruchtmilch Plus, die Lust auf mehr machte, ordern konnte. Den Nachmittag hatten wir in der nahe gelegenen RFT-Plattenbutike verbracht, um die neuesten Scheiben des guten alten Ludwig van oder vom wirklich begabten Amadeus zu sluschen.

Nun waren die Geschäfte, bis auf die Spätkaufhalle Fix, geschlossen, und die Straßen waren noch öder als am Tage. Im Kaufhaus Magnet gingen gerade die Lichter aus. Doch es war eindeutig noch zu früh, sich jetzt heimwärts zu trollen. Darüber hinaus waren wir spitz wie Lumpi und wollten uns jeder noch eine Devotschka angeln, um mit ihr das alte Rein-Raus zu veranstalten.

Euer ergebener Erzähler hatte sich bereits eine liebliche Fruchtschnitte ausgekuckt. Sie saß in so nem Teil, dass die Schultern frei ließ, inmitten ihrer Freundinnen am anderen Ende der Milchbar und hatte elfenhaft braunes Haar, das sich wie ein Wasserfall über die marmorne Haut ihrer entblößten Schultern ergoss. Die Nacktheit ihrer Schultern brachte mich dazu, sie in meinen Gedanken weiter zu entblättern, bis ich schließlich die rosa Blüten ihrer zarten Rose zu sehen bekäme…

„Hej – was geht denn nun?“ Ken riss mich mit seiner dämlichen Frage, die den Grad seiner Unselbständigkeit bewies, jäh aus meinen Gedanken. Das machte mich völlig rasdras und ich gab ihm einen gezielten Toltschock in sein Litso. Ken glotzte besumni zurück, sagte aber nichts. Ben und Sven smeckten. Eins war Sache, wir mussten uns ein bisschen Valuta organisieren, denn: ohne Moos nix los. Die Ladys wollten umsorgt sein, bevor man es ihnen besorgte.

Satelittenhüttenstadt ist eine geplante Stadt, am Reißbrett entstanden, auf Anweisung von Ganzoben. Auf dem Reißbrett, also in der Draufsicht, mag sie gleichmäßig und harmonisch erscheinen, doch die Draufsicht ist die Perspektive eines über den Dingen stehenden Gottes. Aus der Innenansicht, also der menschlichen Perspektive, wirkt sie langweilig und ungemütlich. Alles hier steht im rechten Winkel zueinander: die Straßen, die Häuserblocks, die Rasenflächen vor den Häuserblocks, die Wäscheleinen innerhalb der Rasenflächen und die Fußwege um die Rasenflächen herum. Wenn es viereckig blühende Blumen und kubisch wachsende Bäume geben würde, hätten die Architekten auch diese für Satelittenhüttenstadt verwandt.

Mein Plan sah vor, gemeinsam mit Ben einen Wagen zu krasten, um die Devotschkas an den Stadtrand, zur Skiwiese zu chauffieren. Ken und Sven sollten indessen mit dem alten Timurtrick die Kassiererin im Fix übertölpeln und so die Ladenkasse der Spätkaufhalle plündern. Wir mussten fertig sein, bevor das Eisenkombinat seine Spätschichtler ausspuckte und die Stadt kurzzeitig zum Leben erweckte. Nach gelungener Operation wollten wir uns an den Strauß junger, ungepflückter Blumen heranmachen und sie mit ordentlich Fruchtmilch Plus abfüllen. Ich konnte es kaum erwarten, der kleinen Prinzessin mit dem wallenden Haar mein Königreich zu zeigen…

(08:05:2006@e-city:de)