Montag, Juli 06, 2009
Freitag, Juli 03, 2009
Statt Marketing
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Andi Leser
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Freitag, Juli 03, 2009
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Samstag, Juni 13, 2009
Auch gut
Neulich an einer Verkehrsampel in Stahlinstadt.
A: Hallo!?
B: Ach - hallo!
A: Lange nicht gesehen.
B: Stimmt, ich auch.
A: Wie geht’s?
B: Gut. Und selbst?
A: Auch gut.
B: Gut.
A: Und sonst so?
B: Gut.
A: Und deine Frau?
B: Auch gut.
A: Toll.
B: Wie geht’s deiner Familie?
A: Gut.
B: Den Kindern?
A: Sehr gut!
B: Gut, ich muss dann mal.
Ein heranbrausender Schwertransporter beendet jählings die Konversation und rast in die beiden, weil die Bremsen versagen. Am Steuer des Todeslasters sitzt – euer ergebener Erzähler Andi Leser.
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Andi Leser
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Samstag, Juni 13, 2009
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Freitag, Juni 05, 2009
Paranoya Festival Dresden

Neulich habe ich mitbekommen, wie mir unbekannte Leute im Flüsterton über mich redeten. Sie sagten: "Der Leser hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren" Oder: "Die verkaufen doch den Leser für dumm!" Versteht ihr? Der Leser! Das bin ich. Naturgemäß bekommt man da ein schlechtes Gefühl. Seitdem habe ich eine klitze-kleine Paranoia entwickelt, weil ich immer denke, ich befinde mich als Hauptdarsteller in der Truman-Show und alle wissen bescheid - außer mir.
Aus Trotz gehe ich in die Offensive und empfehle hiermit ein Festival in Dresden. Ein Netzwerk von Freunden (Quäker?), zu dem auch ein mir bekannter Eisenhüttenstädter gehört, präsentiert am letzten Augustwochenende 2009 das
Paranoya Festival
Der Rest steht auf'm abgebildeten Flyer. Das Line-Up ist vom 24. Mai 2009. Weitere Infos gibt es unter:
http://www.myspace.com/paranoyafest.
~
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Andi Leser
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Montag, Juni 01, 2009
Life's What You Make It

Dieses Foto ist keine Werbung für den VW Caddy Life. Das hat bereits 2007 das Nachrichtenmagazin ZERRSPIEGEL getan und bezeichnete das familientaugliche Vernunftauto als "Wunderbar langweilig". Dieses Foto ist eine Metapher. Es ist der Spiegel von 2009. Sie schauen in den Caddy Life hinein und sehen, was auf der entgegengesetzten Seite vor sich geht. Sie schauen in den Bildschirm hinein und hinter Ihnen tanzt das wahre Leben. Vor Ihnen leuchtet die Fata Morgana der Virtualität, hinter Ihnen wartet die Realität.
Also auf Peter Lustigs Art gesagt: Ausgemacht den Kasten und Stecker raus! Hinein ins wahre Leben! On The Road! Into The Wild! Euer ergebener Erzähler Andi Leser hält zwar nicht viel von diesem Selbstdarsteller mit Hahnekamm, aber wie Sascha Lobo erst gestern richtig bemerkte:
"Wenn es die Realität nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden. Kein Vergleich mit diesem ganzen ausgedachten Kram."
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Montag, Mai 18, 2009
Kasernenstadt mit Ornamenten

Just als ich mich an Fotografien vergangener Hüttenstadtbegehungen ergötzte und in Gedanken diese Wege erneut beschritt, fing auch schon Ben, wortgewandter Haudegen aus dem Nachbarblog, meinen Gedankengang telepathisch auf und erwiderte diesen telefonisch. Sogleich wurde ein Gipfeltreffen am selbigen Tage vereinbart, um bei einem sonntäglichen Spaziergang die alternative Stadtwahrnehmung zu schärfen. Anscheinend war die akute Telefonitis ausgebrochen, denn im Anschluss meldete sich der nächste Zeitgenosse, den ich analog zu meinem Namen mit Andi Presse aus Bad Freienwalde anonymisieren möchte.
Als Andi andeutete, er sei noch nie in Stahlinstadt gewesen, war eine Idee geboren. Warum nicht beide Telefonate miteinander kombinieren und Andi Presse mit auf Tour nehmen? Nun hatten wir einen Probanden, der unvorbelastet unbekanntes Terrain beschreiten konnte!
Am Bahnhof empfing uns Ben als Chauffeur und die erste Verwunderung. Der Bahnhof sehe so alt und heruntergekommen aus, meinte unsere Testperson. “Das ist ja auch noch nicht Eisenhüttenstadt!” Ben startete seine Zeitmaschine und fuhr uns durch die Architekturgeschichte der achtziger (VII. Wohnkomplex) und siebziger (VI. WK) direkt in die fünfziger Jahre, ins Herz der Stadt, wo er auf dem Zentralen Platz parkte. Dann ging es per pedes weiter.
Um den geneigten Leser nicht mit all zu vielen Details zu martern, die mir zwar wichtig, dem Unbeteiligten jedoch nur nichtig scheinen, straffe ich ab hier ein wenig. Wir bestaunten die Sanierungen in der Heinrich-Heine-Allee, deren Erker Motive aus den Märchen des jung gestorbenen und von mir sehr geschätzten Wilhelm Hauff zeigen (Der kleine Muck, Kalif Storch). Wir ersannen angesichts des verfallenden Ledigenwohnheims das Konzept eines Bordelphinariums, in dem sich Richards Nixen tummeln. Wir suchten das DDR-Museum auf, aus dessen Eingang unbegreiflicherweise mein Vater höchstselbst wie ein Deus ex machina herausschnellte, um zu verkünden, dass es heute keinen Eintritt koste, da Tag des offenen Museums sei. Wir erkundeten den V. Wohnkomplex, der den Eindruck machte, als sei er am Abreißbrett entstanden und bestiegen der romantischen Neigung der Deutschen folgend dort sogleich eine Hausruine. Merkwürdig, wie beengt die Wohnungen nun wirken, obwohl die Möbel und der ganze Rest fehlen! 
Der nächste Zufall wartete vor der Juri-Gagarin-Schule, als Ben mit eigenen Ohren fühlen durfte, dass er gehört wurde, und zwar als Rapper. Ein paar herumhängende Ghettobewohner lauschten einer zehn Jahre alten Produktion des Reimgeschwaders. Der Titel dieser Ausnahme: Hüttenstadt ist meine Stadt. Was für ein Statement! an was für einem Ort!
Zum Abschluss gönnte ich meinen Weggenossen in der weltberühmten Milchbar am Friedrich-Wolf-Theater ein Eis zur Erfrischung. Mein hierbei geäußertes Kompliment, dass die Stadt wohl nur nach diesem Eis benannt worden sein kann, kam bei der Inhaberin nicht als solches an. Das Risiko des Don Juan.
Nach seinem Eindruck zur Stadt befragt, äußerte unser Bad Freienwalder Versuchskaninchen, dass ihn die ganze Stadt in ihrer Bebauung an eine Kaserne erinnere. “Ein wenig eintönig, wären da nicht die vielen Ornamente an den Hauswänden.” Allerdings sei das nicht negativ gemeint, schenkte uns Andi eine Kelle Trost hinterher. Eigentlich hat er sogar recht! Eisenhüttenstadt, die Stadt der kasernierten Volkspolizei. Jedenfalls war Andi Presse voller lebendiger Eindrücke und seine Digicam voller wirkmächtiger Bilder.
O Allmächtiger, der du uns so reichlich beschenkt hast an diesem Tag, gedankt sei dir! Dafür verzeihe ich dir sogar die frühen Tode von Wilhelm Hauff und Novalis. Dir sei vergeben! Gelobt sei der Herr! Hallelujah!
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Montag, Mai 18, 2009
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Labels: Architektur, Bahnhof, Dok, Lin den Alley, Poesie, vorOrt, WohnkompleX
Montag, April 27, 2009
Zum 50. Jahrestag der Republik

(ADM) Anlässlich des 50. Jahrestages unseres Arbeitnehmerstaates wurde ein umfangreiches Bauvorhaben beschlossen, um unsere Bevölkerung mit noch mehr modernem Wohnraum zu versorgen. Das Ziel ist die Schaffung von 2.000 neuen Wohnungen in ganz Stahlinstadt. Ein erster Schritt hierzu ist bereits gelungen.
So konnte in der vergangenen Woche im V. Wohnkomplex außerplanmäßig das Richtfest für zwei Neubaublöcke mit modernen Küchen und Bädern gefeiert werden (Foto oben). Es handelt sich hierbei um ein Parteivorhaben. Zwei weitere Blöcke sollen folgen. Im Kiefernweg (bald sind da die Kiefern weg) werden vor allem junge Kleinfamilien einziehen, die bisher notdürftig in den Speise- und Besenkammern der Wohnkomplexe I-IV untergebracht waren.
Auch die Einwohner unserer sozialistischen Stadt tragen das ihre dazu bei, das Antlitz unserer Republik bis zum Jahrestag im Oktober zu verschönen. In der Robert-Koch-Straße beispielsweise haben sich die Mietparteien der anliegenden Aufgänge ehrenamtlich dazu eingefunden, den liegengebliebenen Hausmüll der letzten Jahre zu beseitigen. Bei dem Subotnik Ende April kam so einiges zusammen (unteres Foto, zum Vergrößern anklicken). Jeder möchte eben nur sein Bestes zum Wohle des Volkes geben.
Auf euer Wohl, ihr Arbeiter und Frauen – Prost!
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Montag, April 27, 2009
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Labels: Aufbau, Jahrestag, Richtfest, Roimungstrupp, Subotnik, WohnkompleX
Montag, April 20, 2009
Unbekannte Ansichten

Die ehemalige 3. Oberschule Wilhelm Pieck bzw. Realschule 2 im III. Wohnkomplex kennt sicherlich jeder. Weniger bekannt dürfte der alternative Seiteneingang des Schulgebäudes sein, der hier zum vielleicht ersten Mal fotografisch abgebildet wird. Er ist ein Überrest des Unsichtbaren Wohnkomplex' aus den fünfziger Jahren und nur für Sonntagskinder sichtbar; und das auch nur, wenn sie durch ein Küchenfenster des nahen Kinderheims schauen. Da ich selbst an einem Sonnabend geboren wurde, habe ich jemanden beauftragt, dieses Foto zu schießen.
In dem Uhrenturm im Vordergrund war übrigens die erste Lunaruhr der Welt untergebracht. Sie funktionierte ganz leidlich und ging schon nach wenigen Monaten nach dem Mond, so dass die Schüler jeden Tag zu einer anderen Zeit zum Unterricht einkullerten und um Weihnachten einen 13. Monat - den Feriember - einführten. Da griff die SED-Regierung ein und schickte das Uhrwerk nach Sibirien.
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Andi Leser
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Montag, April 20, 2009
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Labels: E.i.h.ü., Nonsens, Schule, WohnkompleX


