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Mittwoch, 20. Juni 2012

Wir sehen uns Schwedter!

Wie im vorangegangenen Beitrag verkündet, busste ich mit der 3ten Generation Ost elf Tage lang durch Neufünfland. Der erste Stationshalt war Schwedt - wie Eisenhüttenstadt eine Neustadt an der Oder. Es gibt da noch eine weitere Gemeinsamkeit, die jedem Betrachter dieser Seite sogleich auffallen dürfte, nein: müsste. Auch die Schwedter sind Bürger von Welt und gaben sich einst die Kugel. Die Erdkugel von Axel Schulz. Hier steht sogar das Original, mit güldenem Stern.

Samstag, 26. Mai 2012

Omnibus für eine Generation

Wer über die nötige Portion Asterix-Latein verfügt, der kennt sicherlich den Ausspruch Sol lucet omnibus und weiß, dass Omnibus zu deutsch "für alle" bedeutet. Der Omnibus ist also ein Verkehrsmittel für alle, ein zutiefst demokratisches Transportmittel (auch wenn es mittellose und des Portmonnaies verlustig gegangene Menschen erstmal ausschließt). Euer ergebener Erzähler wird nächste Woche auf einen Bus aufspringen, der sogar eine ganze Generation transportieren soll. Die 3te Generation Ostdeutschland, zu der Andi Leser sich ebenfalls rechnet, umfasst die letzte in der DDR geborene Generation. Als zeitlichen Rahmen haben die Strategen vom Strategieteam die Dekade 1975 bis 1985 angegeben, innerhalb der man geboren sein sollte, um sich zugehörig zu fühlen. Diese Generation ist in zwei Systemen aufgewachsen - die Kindheit hat sie in der DDR, die Jugend in der BRD verlebt (dementsprechend verlebt sieht sie auch aus, ha ha).

Die Dritte Generation Ost kutschiert nun durch Neufünfland und macht sich auf die Suche nach ihren Altersgenossen in der ostdeutschen Provinz. Dazu fährt eine Busladung von Berufsjugendlichen (sag ich mal so frech) in die fünf östlichen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg (ohne Vorpommern), Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt plus Berlin als Ausgangs- und Zielpunkt. Erster Stationshalt ist das schicke Schwedt in der Uckermark, wie Eisenhüttenstadt eine ehemals "sozialistische Stadt an der Oder". Es folgen Neubrandenburg, Schwerin, Zossen, Bautzen in der Oberlausitz, Löbau, Pobershau/Rübenau im Erzgebirge, Jena, Halle/Saale, die Lutherstadt Wittenberg und Potsdam. Die Frage, die sich alle "Bussarde" stellen: Was geht dort ab? Leben dort noch Angehörige der Umbruchgeneration oder sind schon alle auf Arbeitssuche im Westen? Macht diese an wackelige Lebensumstände gewöhnte Generation was los in ihrer angestammten Heimat oder dreht man in Depressionen und Alkoholismus versunken Däumchen?

Ich übertreibe natürlich, denn niemand weiß, was am Ende der Tournee rauskommt. Das ist ja auch das Spannende an der Magical Mystery Tour mit dem Magic Bus. Auch wenn wir kein LSD einwerfen und unter Jugendlichen verteilen wie einst Ken Kesey und seine Merry Pranksters, so wird die ganze Tour trotzdem eine ziemliche Bewusstseinserweiterung bewirken, denn verschiedene Leute, die sich vorher fremd gewesen waren und es gebleiben wären, sollen zusammenkommen, sich kennenlernen und Gedanken austauschen. Ihr merkt es sicherlich, es geht um ostdeutsche Identitäten - allerdings soll hier keine neue Mauer in den Köpfen errichtet werden, wie mancher Skeptiker unkt. Im Gegenteil! Mauern sollen niedergerissen und der entstehende Bauschutt für Verbindungsstraßen zwischen Ost und West verwendet werden. Es lohnt sich da- und dranzubleiben!

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Der Bus oben auf dem Foto hat zwar nix mit der Geschichte zu tun, aber mit diesem Blog, denn der Eisenhüttenstädter trägt das Bild der Stadt in die nähere Umgebung.

Mittwoch, 4. April 2012

Von Fachwerk und Stadt in Eisenhüttenstadt


Der III. Wohnkomplex zeigt bereits architektonisch den Übergang vom stalinistischen Zuckerbäckerstil über den heimatlichen Stil hin zur industriellen Bauweise mit vorgefertigten Teilen. In der Heinrich-Heine-Allee sind die Elemente des übergangsweise versuchten Heimatstils recht exemplarisch an den Fachwerk-Erkern zu sehen. Die Erker zeigen Sgraffiti mit Szenen aus dem bäuerlichen Leben oder aus den Hauffschen Märchen.

Bild bitte anklicken.

Montage: ehst.tick

Dienstag, 3. April 2012

Der Islam gehört zu Deutschland ...


... sagte einst ein deutscher Bundespräsident. Der Bundespräsident ist inzwischen zurückgetreten, der Islam hingegen weiter vorgedrungen. Mittlerweile sind Islam und Tschador in der Mitte Deutschlands angekommen und somit auch in Eisenhüttenstadt, wie die beiden Fotos vom März 2012 beweisen.

As-salām alaikum, der Friede sei mit dir!

Sonntag, 25. März 2012

Ost-Moderne in Eisenhüttenstadt



Martin Maleschka ist Architekturstudent und interessiert sich für die baugebundene Kunst der DDR, besonders für die seiner Heimatstadt Eisenhüttenstadt. Mit dem Fotoapparat zieht er durch die Neubaugebiete Ostdeutschlands und macht sich ein völlig unverkrampftes Bild von der DDR-Kunst. Martin geht es dabei um Ästhetik, nicht um Politik.

Für die Deutsche Welle machte Maleschka eine Stadtführung durch die Stahlstadt und gab drei Empfehlungen für eine Stadtbesichtigung ab:
1. Kunst am Bau
Wandbild Eichendorffstraße (auf Flickr),
Wandbild "Produktion in Frieden" von Walter Womacka,
Wandbild "Unser neues Leben" von Walter Womacka,
Erdkugel von Axel Schulz,
2. Diehloer Höhe als Aussichtpunkt,
3. Aktivist (alle Punkte auch im Stadtwiki).

Diese Stadtführung ist mal eine wohltuende Abwechslung zu dieser hier.

Im Nachbarblog Negativpresse Ost, das sich eigentlich mit einseitigen, wertenden und Falschdarstellungen der ostdeutschen Provinz in den gesamtdeutschen Medien beschäftigt, gibt es ein Interview mit Martin Maleschka: Die Wiederentdeckung der Ost-Moderne.