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Dienstag, 31. Oktober 2006

Der Duft des Eisens

Während Jean-Baptiste Grenouille aus Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" ergebnislos versuchte, durch Destillation den Geruch von Eisen und Glas einzufangen und für die Ewigkeit zu konservieren, haben ein paar forsche Forscher immerhin den charakteristischen Metallgeruch entschlüsselt, der entsteht, wenn man Eisen mit der bloßen Hand anfasst. Ein wohl jedem Eisenhüttenstädter vertrauter Geruch, könnte man meinen.

"Dieser Geruch des Eisens bei Hautkontakt ist ironischerweise eine Art menschlicher Körpergeruch", eröffnet Dieter Glindemann vom Virginia Polytechnic Institut. Der Geruch entsteht, wenn das im Körperschweiß vorhandene Fett in Gegenwart von Eisen abgebaut wird. Dabei wird ein sogenanntes Octenon frei, welches hauptsächlich den typischen Geruch erzeugt.

(Quelle: GdCh, Zeitung leider unbekannt, Artikel lag im Zug)

Montag, 30. Oktober 2006

Eisenhüttenstadt in Berlin

"It’s Hardcore-Punk, Baby!" So lautete am Abend des 28. Oktober das Motto im Koma F in der Køpi, mitten in der Mitte der Hauptstadt. Dies wäre angesichts des autonomen Häuserkomplexes ja nichts wirklich Verwunderliches oder außergewöhnlich Erwähnenswertes, wenn da nicht eine Stadt involviert wäre, die wir alle gut kennen und die vor Ort nur als Schüttstadt bezeichnet wurde. Der Punkabend wurde nämlich von drei Bands bestritten, die zum Teil oder völlig aus Musikern der Stahlarbeiterstadt bestanden als da wären:

- Køterkacke (Kiezpunk aus F-Hain)
- Stalinstadt Ensemble (Werkscore aus Schüttstadt)
- Sax & Violins (80s Hit-Tanzkapelle aus DD)

Grund genug für mich, mal wieder meinen guten Konzertpullover anzuziehen und mit dem RE1 nach Berlin zu juckeln. Im Koma F angekommen, entdeckte ich lauter bekannte Gesichter, es war wie ein Heimspiel im Café Olé: Radi & Schnitzel am Einlass, Lothi & Andrea anna Bar und Linda, Hoppel, Enno, Dirk, Olli usw im Publikum. Und das alles für 1 Euro Eintritt, Allah sei Dank!

Den Auftakt machte das als "Punk-Brigade" angekündigte Stalinstadt Ensemble, welches die anwesenden Punks sogleich zum Pogen brachte. Euer geschätzter Andi Leser, der zu Recherchezwecken für Euch fotografieren wollte, musste sich in Acht+Bann nehmen, denn in dem niedrigen und übervollen Kellergewölbe blieb kein Raum für Sicherheitsabstand. Irgendwann riefen einige Ungeduldige: "Køterkacke! Køterkacke!" Linda, Frontmann beim SSE, konterte: "Man, ihr habt doch in Berlin genug Köterkacke! Überall Köterkacke auf den Straßen!"

Irgendwann nach Mitternacht sind dann die Lokalhelden am Ruder, das Trio Køterkacke. Wohlgemerkt, hier ist nur die Bassistin Lothaar Rothaar (vormals Dead Kaspar Hausers) aus Hütte. Schweißmoleküle verteilen sich in der Luft. Wieder wird gepogt und ich bekomme Bilder zu sehen, die ich mir nicht hätte träumen lassen: Einer der Tanzwütigen schüttelt seine Bierpulle so heftig, dass Gesternsaft an die niedrige Kohlenkellerdecke spritzt. Mit geöffnetem Mund fängt er einige der Tropfen, die von der Schwerkraft wieder nach unten gezogen wurden, auf und schluckt sie hinter. Wohl bekomm’s! Auch Blut floss, wenn auch wenig, allerdings nicht von der Decke, sondern aus einer Platzwunde.

Der Dritte in der Berliner Mitte war die Dresdner Tanzkapelle Sax & Violins (vermutlich benannt nach einem Song der Talking Heads), hier wohnte der Schlacherzeuger Hoppel einst in der Hüttenstadt und in meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Mit altbekannten Titeln ausse Achtziger ging es Richtung Disko (ich persönlich vermisste Tragedy) und der Pogotanzstil beruhigte sich ein wenig. Vom life gespielten Boys Don’t Cry ging’s irgendwann über zu Girls Just Want To Have Fun von der Konserve. Der CD-Player hatte ne Macke, so dass dieser Song an die fünf Mal ins Programm sprang.

Am Ende des Abends, so gegen vier, hatte ich viele schöne Fotos, ein Paar ruinierte Turnschuhe, schwarze Kohlenstaubpopel in der Nase und jede Menge Spaß gehabt.

Freitag, 27. Oktober 2006

Den planerade staden

Jag skulle vilja berätta om min hemort som heter Eisenhüttenstadt och som kallades "den första socialistiska staden i Tyskland".

Eisenhüttenstadt är en produkt av det andra världskriget, vilket delade Tyskland i två delar. Västtyskland blev demokratisk och präglad av en social-liberala marknaden. Östtyskland lade bakom järnridå och var delen av Sovjetunionens imperium - en satellit. Ett stort problem var att det fanns quasi ingen industri i Östertyskland, men det behövdes särskilt järn- och stålverk för att bygga upp vidare industrigrener.

1950 fattade DDR-regeringen besluten att bygga upp ett stålverk i närheten av gränsen till Polen. Och nu får ni en lektion i socialistiska matematik: ryssk järnmalm + polnisk koks = tysk fredsstål.

Den 18 augusti 1950 grundades verk och stad - eftersom man behövde också människor som arbetar i verket. Det var allt liten väl genomtänkt därför att staden hade inget namn och de första husen var riktig fulla.

Det fanns många protester från befolkningens sidan och regeringen kom ihåg att det var en bra chans att skapa en förebild i den socialistiska arkitekturen och stadsbyggen. En konkurrens blev utskriven: Vem planerar den bästa möjliga socialistiska världen? Kurt W. Leucht har vunnit med sin plan.

I Eisenhüttenstadt har vi en dualität: verket och stan. Alla gatorna riktades mer eller mindre till EKO-ingånger. Husen blev så kallade arbetarpalatser med kakelugn. 1953 skedde ett stort tilldrugelse: Stalin dog. Därför döptes den nya staden Stalinstadt.

Übrigens: Im Schwedischen kann die Formulierung "den planerade staden" sowohl "die geplante Stadt" als auch "die planierte Stadt" bedeuten. Beides träfe auf Eisenhüttenstadt zu.

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Motiv des Monats Oktober: der Bahnhof

Die Eisenhüttenstädter Eisenbahnstation wurde von Ben, dem graphomanen Blogwart des Eisenhüttenstadt-Blog, zum Motiv des Monats Oktober erklärt. Zu recht, wie ich finde. Bislang sind einige schöne Aufnahmen vom Bahnhof entstanden, aber der Monat ist noch lange nicht zu Ende und hat demzufolge noch ein paar Tage zu bieten. Also: wer sich beteiligen und das ungewöhnlich sonnige Herbstwetter gut nutzen möchte, der sollte sich hurtig-spurtig mit seinem Fotoapparat bewaffnen und auf den transatlantischen Windzug aufspringen. Die geschossenen Bilder dann am besten flickern und mit den richtigen und wichtigen Tags (Bahnhof, Eisenhüttenstadt) versehen. Meinen persönlichen Bildfavoriten habe ich bei Flickr entliehen und oben eingefügt: Das Foto zeigt einen kunterbunten Bahnhof, der so nun nicht wirklich existiert. Weitere Fotos zum Thema gibt es, wenn man auf die Überschrift dieses Eintrags klickt.

Foto: x**

Eisenhüttenstadt ist halt überall

Das Projekt "Eisenhüttenstadt ist halt überall" aka E.i.h.ü. ist jetzt bei Flickr beheimatet. Alles weitere steht bei der Gruppenbeschreibung.