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Samstag, 30. Januar 2010

Neues von der Psychopathenbrigade für 2010

Nun ist das neue Jahr bereits einen Monat alt. Höchste Eisenhüttenstadt also, die Prognose für das laufende Jahr abzugeben. Die Skeptiker meinen: the future is unwritten. Doch das stimmt nicht, man muss nur die richtigen Bücher lesen.

Nun gibt es Esotheoretiker, die behaupten 2012 geht die Welt unter, weil am 21. 12. 2012 der Maya-Kalender abläuft. Arme Irre! Dann ist es bereits zu spät! Der Untergang der Welt steht uns doch schon in diesem Jahr bevor, denn 2010 droht der dritte Weltkrieg. Kein Scherz, das Szenario stammt von Samuel Huntington und wird im letzten Kapitel seines Bestsellers "The Clash of Civilizations – Der Karneval der Kulturen" geschildert:

"Angenommen, wir haben das Jahr 2010. Die amerikanischen Truppen haben das mittlerweile wiedervereinigte Korea verlassen". (S. 513)

Bis hierher scheint alles friedlich. Doch es gibt seit langem Spannungen zwischen Rotchina und Vietnam um die Erdölvorkommen im Südchinesischen Meer. China beansprucht die Vorkommen für sich.

"Die Vietnamesen sträuben sich, und es kommt zu Kämpfen zwischen chinesischen und vietnamesischen Kriegsschiffen. Die Chinesen marschieren in Vietnam ein. Die Vietnamesen bitten die USA um Beistand."

Die USA greifen ein und es kommt zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen China und Amiland. Die Japaner halten sich aus wirtschaftlichen Gründen bedeckt und lassen die USA und Vietnam allein im Regen stehen. Die suchen Partner in Europa und Russland. Die Atommacht Indien nutzt das allgemeine Wuling für einen Schlag gegen seinen islamischen Erzfeind Pakistan. Muselmanen putschen in der Türkei. Das orthodoxe Serbien marschiert im muslimischen Bosnien ein. Griechenland und Bulgarien besetzen den europäischen Zipfel der Türkei.

"Die großen Nutznießer des Krieges zwischen den Kulturen sind diejenigen Kulturen, die sich aus ihm herausgehalten haben. Nachdem der Westen, Russland, China und Japan in unterschiedlichen Umfang verwüstet sind, hat Indien nunmehr freie Hand, die Umgestaltung der Welt nach hinduistischen Grundsätzen in Angriff zu nehmen."

Der islamische Inselstaat Indonesien dominiert Asien, und in Amerika boomen die lateinamerikanischen Staaten und bauen die zerbombte USA wieder auf.

"Afrika hingegen hat zum Wiederaufbau Europas wenig beizutragen und speit statt dessen Heerscharen von entwurzelten Menschen aus, die sich auf die Überreste stürzen." (sic!)

Huntington geht in seinem lesenwerten Buch davon aus, dass fünf große Kulturkreise in Zukunft gegeneinander kämpfen. Diese Zivilisationen unterscheiden sich vor allem durch ihre vorherrschende Religion voneinander. Diese fünf Kulturkreise sind der sinische (China, Vietnam, Korea), der japanische, der hinduistische (Indien), der islamische (Nordafrika bis Südostasien) und der westliche Kulturkreis (Europa, Nord- und Lateinamerika). Nebenbei gibt es noch Afrika sowie zerrissene Staaten (Russland, Türkei, Australien, Mexiko).

Diese Prognose unterliegt natürlich den bei Naturprodukten üblichen Schwankungen. Wie ich heute den Nachrichten entnehmen konnte, reagiert Rotchina bereits nervös auf die Waffenlieferungen der US-Amerikaner an Taiwan ...

Samstag, 3. Oktober 2009

Montag, 28. September 2009

Münte, Böhning, Ströbele und ich

"Der große Abreißkalender an der Wand zeigte eine 27, eine schwarze 27."
(Kurt Tucholsky - Schloss Gripsholm)


Euer ergebener Andi Leser ist am Wochenende unversehens in die Fußstapfen des rasenden Reporters Egon Erwin Kisch gestiegen und ganz gekonnt darin ausgerutscht. Eindeutig zu groß! Euer Lokalreporter Andi Leser weilte am Wochenende in der Bundeshauptstadt und surfte dort durch den Fundus der sich bietenden Möglichkeiten, ohne jedoch eine davon zu ergreifen. Doch schön der Reihe nach.

Es war Samstag. Einen göttlichen Spätsommertag ausnutzend, begub ich mich ins Friedrichshainer Café Schönbrunn, um dort im Grünen ein Alsterwässerchen zu genießen. Plötzlich marschierte Franz Müntefering (69) mit seiner Posse vorbei und verteilte freundlich rote Rosen an junge Damen. Als die Röslein rot verteilt waren, setzte er sich mit SPD-Kandidat Björn Böhning (31), dessen Wahlkampf er damit unterstützen wollte, an den Nebentisch. Die beiden unterhielten sich so leise, dass ich kein Wort aufschnappen konnte, so sehr ich auch die Ohrfalten nach außen klappte. Nicht einmal einen Fotoapparat hatte ich dabei. Nur Schloss Gripsholm von Kurt Tucholsky.

Und während die beiden gemütlich palaverten, kam ein weißhaariger Mann angeradelt und verteilte dynamisch Handzettelchen. Das ätherische Männlein, dass dort so Gandalf-gleich umherschwebte, war kein geringerer als der ehemalige RAF-Anwalt und heutige Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele (70). Und während Björn Böhning statisch an der Lokalität kleben blieb und auch sonst sehr inaktiv rüberkam, schwang sich Ströbele schon wieder auf sein Ökorad und huschte elfenartig davon, zum nächsten Wahlpunkt, zum nächsten Kieztreff.

Was mich an diesem Großstadtausschnitt so verwundert ist der Fakt, dass ausgerechnet der Älteste der drei genannten Personen am beweglichsten erschien. Björn Böhning, der nicht mal halb so alt ist wie Ströbele, benahm sich hingegen großväterlich und verteilte lustlos rote Luftballons. Bei der SPD war da wohl schon die Luft raus.

Wusste Björn zu diesem Zeitpunkt bereits, wie es um die SPD bestellt war? Hatte ihm Münte soeben geheime Vorabergebnisse aus dem Twitter-Universum überbracht, die die sozialdemokratische Niederlage um einen Tag vorwegnehmen sollten? Hatte alles schon keinen Sinn mehr? Die Szenerie wirkte ein wenig prophetisch.

Natürlich ist das alles sehr subjektiv. Ich habe ja nur ein kleines Zeitfenster durchschaut und damit noch lange nicht die Lage erfasst. Ich hätte ein Foto machen können und nacheinander die Drei ansprechen sollen. Egon Erwin Kisch hätte das sicherlich so gemacht und dabei noch mir Unsichtbares entdeckt. Das nächste Mal bin ich vorbereitet. Das nächste Mal.

Nicht heckern - Mandeln!


Den pragmatischsten Wahlslogan hatte eindeutig die NPD*. Die Wahlkampfleiter haben ihn sicherlich am Stammtisch und zwischen dem ersten Schnaps und dem dritten Bier dem trunkenen Volk von den Lippen gestohlen! Kreativität war jedenfalls nicht im Spiel, nur die Gelegenheit. Der Slogan wurde in der Überschrift verballhornt, denn ich werde auch im Nachhinein keine rechten Phrasen wiederholen, auch wenn es sich lediglich um geflügelte Worte handelt.

A change is gonna come (Sam Cooke). Nun wird es einen Wechsel geben. Auf Bundesebene frisst die Tigerente das Rotschwänzchen, in Eisenhüttenstadt wird zum ersten Mal in der 60jährigen Stadtgeschichte eine Frau Bürgermeisterin: Dagmar Püschel. Der Schwenk geht von sozialdemokratisch nach sozialistisch und scheint nur konsequent zu sein, denn Eisenhüttenstadt galt einst im Beinamen als "erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden". Wobei sozialistisch oft bedeutet, dass die Administration mehr Geld ausgibt, als sie einnimmt, um das Wahlvolk mit sozialen Leistungen zu bestechen. Die Rechnung kommt dann später irgendwann. Doch Schluss mit der Schwarzseherei, das hebe ich mir für die Bundesebene auf.

Es riecht nach Tigerentenkoali. Ich würde das ja eher Wespenkoali nennen, der giftige Stachel ist nun immer mit dabei: Dass ausgerechnet die Liberalen, deren neoliberale Theorien den Weltmarkt lemmingsgleich in die Wirtschaftskrise geführt haben, jetzt die Macht bekommen. Verstehe, wer will.

Mal was positives: Man kann sagen, was man will, am Ende hat die Demokratie gesiegt. In Deutschland kann jeder hartnäckige Außenseiter etwas werden, wenn er das nur bleibt: hartnäckig. Joschka Fischer wurde 1998 erster grüner Außenseitenminister in einer rot-grünen Bundesregierung. Angela Merkel wurde 2005 erste Bundeskanzlerin. Auch war sie der erste Quasi-Ossi auf dem Kanzlersessel. Und nun wird mit Guido Westerwelle der erste bekennende Homosexuelle Außenseitenminister auf Bundesebene. Ein jegliches hat seine Zeit.

Bürgermeister Rainer Werner hatte seine Zeit. Ob er jetzt schon in Rente gehen kann oder sich verschämt auf dem Jobcenter melden muss, ist nicht bekannt. Glückwunsch Frau Bürgermeisterin! Nun bläst hoffentlicher frischer Wind ins Rathaus und weht den Mief von gefühlten tausend Jahren aus den Zimmern. Regelmäßiges Lüften wird empfohlen.

Mehr zur Wahl in Hütte im befreundeten Nachbarblog: Damenwahl! Eisenhüttenstadt hat eine Bürgermeisterin. Ein Kommentar zum Thema.

* und es hat nix genützt, zum Glück!

Donnerstag, 6. August 2009

Seid vernünftig, wählt mich: Ich Kandidat!

Am 27. September finden in Stahlinstadt wieder einmal die traditionellen Bürgermeisterqualen statt, bei denen der amtierende Bürgemeister auf liebevolle Art geteert und gefedert aus dem Stadtkreis gejagt wird. Und während das ehemalige Stadtoberhaupt als gefiederter Freund durchs umliegende Unterholz stolpert, nistet sich sein Nachfolger auf dem vorgewärmten Thron ein. Für diesen Nachfolger hätte ich schon einen Kandidaten: MICH!

Ik kann di datt förklarn, min Jung. Die Gründe für diese Edel-Auslese sind ganz einfach: Ich bin einfach der beste Mensch, den ich kenne. Oftmals bin ich regelrecht überwältigt, wenn ich sehe, mit welcher Bravour ich die Fährnisse des täglichen Da- und wieder Wegseins meistere. Beim allabendlichen Einschlafen überfluten mich ozeanische Wogen des Wohlbefindens, weil ich weiß, dass ich wieder mit mir selbst Aufwachen darf. Doch einscheidet selbst:

Wer wird die Arbeitshosenquote in Stahlinstadt auf unter vier Millionen drücken?
Mich.

Wer hat die Freilichtbühne in Feierabendtätigkeit aufgebaut?
Mich.

Wem hat die Stadt die Papierfabrik zu verdanken?
Mich.

Wer hat die Stadt so schön begrünt?
Mich.

Wen wählt ihr?
Mich.

Seid vernünftig und wählt am 27. September 2009 Andi Leser zum Eisernen Heinrich von Eisenhüttenstadt und zum Fürsten von Fürstenberg (Oder)!

~

Es folgt nun ein Aufruf außerhalb meiner redaktionellen Verantwortung, den ich dem benachbarten EH-Blog entnommen habe:

[Beginn der Durchsage]

Liebe Eisenhüttenstädter,

wir sind zehn Journalisten und werden sieben Wochen vor der Bundestagswahl mit einer fahrenden Redaktion durch Deutschland touren und aus verschiedenen Städten berichten.


Unsere 1. Station wird Eisenhüttenstadt sein. Unsere fahrende Redaktion wird vom 10.-12. August in Eisenhüttenstadt in der Lindenallee in Höhe Haus Nr. 15. stehen und tagsüber immer besetzt sein.

Kommt vorbei oder mailt uns vorher, was Eisenhüttenstadt bewegt. Was nervt euch? Worüber sollte mal berichtet werden? [Andi Leser erwähnen!] Was ist toll an eurer Stadt? [Meinen Namen nennen!]

Wir freuen uns auf euch und hier noch einige Infos über unser Projekt:

Was ist die Wahlfahrt09?

Hinter Wahlfahrt09 verbirgt sich ein mobiles Journalistenbüro. In der heißen Bundestags-Wahlkampfphase von Mitte August bis 27. September wollen wir mit dem Wohnwagen durch Deutschland fahren und quer zur üblichen Berichterstattung den deutschen Puls messen. Wir recherchieren experimentell, indem wir an zentralen Plätzen von Kommunen und Städten parken und buchstäblich auf der Straße recherchieren. Auf unserer Webseite www.wahlfahrt09.de berichten wir ab Mitte August multimedial über die Geschichten, die den Menschen wichtig sind. Die dpa-Infocom und Spiegel Online werden regelmäßig Beiträge von uns veröffentlichen.

Einen ersten Eindruck vom Projekt bekommt Ihr auf unserer vorläufigen Website. Hier könnt Ihr uns gerne Vorschläge für Orte machen, uns Geschichten erzählen, die es sonst nicht in die Medien schaffen, von Menschen berichten, die Ihr interessant findet und die man einmal besuchen sollte: www.wahlfahrt09.de

Folgt uns auch auf Twitter unter: www.twitter.com/wahlfahrt09 Wir haben auch eine Gruppe bei Facebook. Wenn unsere Idee Euch gefällt, verbreitet uns bitte weiter: http://www.facebook.com/home.php?ref=home#/group.php?gid=94696963326&ref=ts

Liebe Grüße nach Eisenhüttenstadt von Kathleen im Namen der Wahlfahrt-Crew!

[/Ende der Durchsage]

Montag, 6. Juli 2009

Statt Marketing


Eisenhüttenstadt.
Viele Reisen sind teuer.
~

Mittwoch, 21. Januar 2009

Da Hamas!


Es ist vollbracht. Barack Obama ("Man sagt, er habe magische Kräfte.") ist endlich US-Präsident, die Zeit der Wunder kann beginnen. Yes, we can! - Ja, wir schaffen's! Jeder von uns kann sich zum Unglaublichen aufschwingen! Man muss nur ganz feste dran glauben. Doch die guten Nachrichten reißen damit noch lange nicht ab und die Kinder auf dem Foto oben können sich auch sonst auf eine sonnige Zukunft freuen:

Porsche- und Audipiloten bekommen eine Abwrackprämie von 25.000 Euro. Israel zieht sich aus der GASAG zurück. Die Hamas sieht sich als Gewinner und verspricht von nun an artig zu bleiben. Russland pumpt wieder Erdgas nach Osteuropa und entsorgt parallel Regime-Kritiker auf die bewährte Art+Weise. Und das Beste zum Schluss: Bürgermeister Rainer Werner will für eine dritte Amtszeit kandidieren!!! Mit seiner Wiederwahl wäre er somit 24 Jahre lang Bürgermeister von Stahlinstadt, das bedeutet das dreifache der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush. Ich hätte da schon einen Slogan parat: "SPD, damit sich nichts verändert!"

Vielleicht entwirft mir ja der eine oder andere Leser ein Wahlplakat, welches ich dann im Logbuch abdrucken kann. Ich wäre sehr dankbar! (Bitte keine bildlichen Vergleiche zwischen Rainer Werner und J. W. Stalin. Das ist zwar lustig, aber inzwischen auch schon etwas ausgelutscht. Dankeschön!)

Mittwoch, 5. November 2008

Sieg! Sieg! Sieg!

"Have no fear because Bond is black!"
(Barry Adamson: 007, Another Bond Theme)


Nun ist es offiziell! Barak Obama wird der 44. Präsident und der Michail Gorbatschow der Vereinigten Staaten von Amerika. Was bei Gorbatschow "Perestrioka" (Umgestaltung) hieß, ist bei Obama "Change" (Wechsel, aber auch das Wechselgeld). Ebenso jung ins Amt gekommen, wird er den Dreck seiner Vorgänger wegräumen müssen. Und da Putzen nur mit Musik Spaß macht, hat euer ergebener Logbuchführer Andi Leser Barak Obama eine Playlist zusammengestellt:

  1. Art Blakey feat. Sabu: Message From Kenia
  2. Z. Z. Hill: Clean Up America!
  3. Bobby Byrd: I Need Help! (I Can't Do It Alone)
  4. Donald Byrd: Design a Nation!
  5. Cannonball Adderley: Walk Tall!
  6. Sly & the Family Stone: Stand!
  7. Gene Harris: Don't Call Me Nigger, Whitey!
  8. James Brown: Say It Loud! (I'm Black And I'm Proud)
  9. Lyn Collins: Think (About It)!
  10. George Soul: Get Involved!

Weitere Putzmittel sind gern gesehen und können im Kommentarfeld verwendet werden. Was das alles mit der Stadt, die wir so lieben, zu tun hat? Globalisierung, Leute, Globalisierung!

Nachtrag vom 17. November: Mit Hinblick auf die Tatsache, dass der Wahlkampfleiter von Barak Obama David Axelrod heißt und die Wahl zum Präsidenten der USA an einem Dienstag entschieden wurde, ergänze ich meine Liste mit einem Titel von einem anderen Menschen selben Namens:

  • David Axelrod: Holy Thursday