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Mittwoch, 31. Mai 2006

50 Jahre Reifeprüfung

Bei Recherchen zur Eisenhüttenstadt entdeckte ich die Kopie eines Zeugnisses von Tamara Bunke (1937-1967), der berühmtesten Guerillera der Welt, die 1967 an Che Guevaras Seite im bolivianischen Dschungel erschossen wurde. Dort steht, dass Tamara Bunke die 12. Klasse der Oberschule Stalinstadt von 1955 bis 1956 besuchte und sich am 28. Mai 1956 - also vor genau 50 Jahren! - der Reifeprüfung unterzogen hat. Das Abitur wurde mit der Note “Bestanden” abgelegt.Bis zum Jahr 1989 war die Schule in Ziltendorf nach ihr benannt. Grund genug, einen Artikel über Tamara alias Tania la guerillera für unser Ortslexikon Wikihüttenstadt zu verfassen. Da guckst du!

Freitag, 26. Mai 2006

Der Müll, die Stadt & die liebe Not


Eisenhüttenstadt ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Sie ist die 1. deutsche Stadtneugründung nach dem 2. Weltkrieg. Sie ist eine Stadt fast ohne Privateigentum und Eigenheime - wenn man von der Peripherie mal absieht. Und sie hat seit ein paar Jahren Schilder, wie ich sie noch nie zuvor in einer anderen Stadt oder gar in einem anderen Land verwundert bestaunen konnte. Ich fühlte mich an propagandistische Plakate aus den 50er, 40er und auch 30er Jahren erinnert. Warum? Das kann ich nicht so genau erklären. Vielleicht entdeckt ja der geneigte Leser einen verborgenen Zusammenhang. Was die Schildbürger eigentlich bezwecken, wird schnell deutlich, wenn man den Text auf einem der in verschiedenen Varianten aufgestellten Schilder liest:

"AUGEN AUF! Illegale Ablagerung von Abfällen ist eine Ordnungswidrigkeit und wird geahndet! Für wilde Entsorgung zahlen alle!"
Da die besagten Schilder direkt über den einbetonierten Mülltonnen an den abschließbaren Müllstellplätzen angebracht sind, ist auf den ersten Blick klar, an wen sich die drei Ausrufezeichen richten. Alle, die über keinen entsprechenden Müllschlüssel verfügen, dürfen hier keinen Müll ablagern. Ihr bösen schwarzen Männer (bitte nicht rassistisch deuten!) vom Plakat, falls ihr es noch nicht wusstet: was ihr da nächtens, wenn der brave Bürger schläft oder fernschaut, veranstaltet, ist voll verboten. Also haltet euch gefälligst daran! Sonst werdet ihr geahndet!

Auf den zweiten Blick richtet sich das Plakat jedoch eher an die Einwohner, denn schließlich ergeben Anfangs- und Schlussbotschaft zusammen gezogen: "Augen auf! (...) Für wilde Entsorgung zahlen ALLE!" Die Kosten für das illegal Abgelagerte werden demnach auf die umliegenden Bewohner umgelagert. Man versucht geschickt, dem Übel über die monetäre Schiene beizukommen. Das zieht immer. Darum Bürgerauge, bleib wachsam! Der Feind ist überall. Er kommt des Nachts. Und er will dir ans Portemonnaie!

ps: Die Überschrift ist selbstverständlich eine Anlehnung an den Titel des Theaterstücks "Der Müll, die Stadt und der Tod" (1974) von Rainer Werner Fassbinder. Der Name des deutschen Regisseurs ist jedoch keine Anlehnung an den des Eisenhüttenstädter Bürgermeisters Rainer Werner.

Montag, 22. Mai 2006

Eisenhüttenstadt-Single

"Ich will zurück nach Eisenhüttenstadt
wo kein Mensch noch Arbeit hat.

Eisenhüttenstadt ist schön,
niemand muss zur Arbeit gehn."


Heute vor vielenvielen Tagen - am Sonntag, dem 22. Februar 2004 - gewann bei den Popagenten auf Radio Fritz ein Lied mit dem simplen Titel "Eisenhüttenstadt" die Hörerabstimmung in der Demo-Ecke. Dieses Reggae-lastige Liedchen stammt von den Berliner Herren der Lokalrunde, den Mariachis feat. Ivo Lotion und war von da an öfter mal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu hören. Aus rechtlichen Gründen darf ich den Liedtext an dieser Stelle nicht widergeben (Copyrights, ihr versteht), aber ihr könnt euch den Song ja selbst aus dem Netz saugen, falls ihr es nicht schafft, euch die Eisenhüttenstadt-Single zu besorgen (dort steht nämlich der Text drin). Auf der Single wie auch auf der Heimatseite der Mariachis gibt es eine Auswahl an vier verschiedenen Versionen von "Eisenhüttenstadt". Und das selbstverständlich völlig legal. Darüber hinaus stehen noch eine "Home-Made-Delay-Version" des SonX und das Radiointerview mit Radiofritze Max Spallek zum Download bereit.

Musste klicken: www.mariachis-ivolotion.de/media.html.

Freitag, 19. Mai 2006

Zwei Enten. Ein Gedicht.

Der (w)ortskundige Lyriker Ben Gottfried hat sich seinen Vers auf ein altbekanntes Stahlinstädter Kleinod gemacht. Der Dichter empfiehlt, sich zur musikalischen Untermalung den Klang einer Blogflöte vorzustellen:

Die zwei Enten
[Roh(eisen)fassung]

Es schwammen einst der Enten zwei/
im Oder-Spree-Kanal herum
ein Zauberkünstler kam vorbei/
sie quakten fröhlich, er blieb stumm.

Ihr Watschelgang, ihr Federkleid!/
machte ihn wild, nervös
er alt, allein, sie jung, zu zweit/
und ziemlich amourös!

Das konnt' er, wie er kam und sah/
so länger nicht vertragen
Er griff das schöne Vögelpaar,
mit festem Handschlag ganz und gar/
in Bronze sie zu schlagen!

So standen sie nun wie aus Blei/
metallisch, kalt und grau
Ergebnis tauber Schweißerei/
plus steiner'm Unterbau.

Sie blei-entelten, weil's praktisch ist/
im Gegensatz zur Flugent'
sichtaxial Richtung Aktivist/
im Straßenbild g'nannt "Jugend".

Dies war wohl in des Künstlers Sinne/
wiewohl nicht dem der Enten
Die wollten wie 'ne Ruderpinne/
zurück in ihre Ruderrinne/
heißt: ihre Elemente(n).

Doch(!) eines Tages kam die Fee/
auf Kleintransporterrücken
Versprach den Tier'n Gebäck und Tee/
und Grütze zum Verdrücken.

Wie wild schlug da das Entenherz!/
Nicht stahl- sondern bewegungstroph!
Doch ging es nicht kanaleinwärts/
nur gen Museumshof.

Dort stehen die beiden Flügelwesen/
immerhin zwei frostharte,
Und träumen nur vom grünen Schnäbeln/
oder von 'ner Postkarte!

Ben, 17. Mai 2006

"Ce n'est pas un canard."

(Das Logbuch Eisenhüttenstadt dankt dem Dichter für die Bereitstellung von Bild+Ton.)

Dienstag, 16. Mai 2006

Liste VII: geplante Städte

Es gibt Städte, die aus einer spontanen Notwendigkeit (Marktplatz, Rohstoffvorkommen) heraus entstehen, und Städte, die von einem zentralen Willen (Diktator, Fürst, Staat) geplant und von beauftragten Künstlern designt werden - wie Stalinstadt. Viele Hauptstädte wurde als politische und urbane "Kompromisslösungen" geplant und errichtet. Hier folgt eine vorläufige und unvollständige Liste zu geplanten Städten (Die Daten in Klammern geben alternative Namen sowie das Gründungsdatum wider):

Alessandria (*1168)
Alexandria (*331 v.Chr.)
Brasilia
Canberra (*1913)
Freudenstadt (*1599)
Islamabad (*1960)

Karlsruhe
Konstantinopel (Istanbul)
Ludwigsburg

Magnitogorsk (*1929)
Marienberg/Erzgebirge (*27. April 1521)

Neu-Delhi
Nowa Huta
Sankt Petersburg (Petrograd, Leningrad)
Stalinstadt (Eisenhüttenstadt, *18. August 1950)
Sztálinváros (Dunaújváros, *1951)
Stadt des KdF-Wagens (Wolfsburg, *1. Juli 1938)
Washington D.C. (*1800)

Matthias Steier im Interview

Netzpremiere! Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich folgendes Interview mit dem Eisenhüttenstädter Maler und Grafiker Matthias Steier zum ersten Mal im Internet. Von Matthias Steier stammen die fünf Motive der neuen Briefmarkenedition "Oder-Impressionen" des privaten Zustelldienstes Speedy Express, welche am 2. Mai 2006 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Das Interview war zuvor in der Stadtjugendzeitung ZIELSCHEIBE, Nr. 23, vom Mai 1997, unter folgender Überschrift erschienen:

VORSICHT – STEIER!
Das erste Mal begegnete ich Matthias Steier 1992 in der Aula des Städtischen Gymnasiums. Ich betrachtete sein Pentachon (fünfteiliges Triptychon), welches gerade aus dem Trockendock in die Aula umgehängt worden war. Ich fragte Steier, was er mit diesem Bild ausdrücken wollte und warum dies und jenes darauf zu sehen sei. Doch statt einer Erklärung verblüffte er mich mit der Antwort, ich solle mir selbst ein Bild machen und versuchen, eine eigene Interpretation zu finden. Er könne nicht alles erklären. Damals dachte ich, da könnte man ja alles Mögliche malen, wenn man es nicht zu erklären braucht. Mittlerweile weiß ich, man kann alles Mögliche malen, ohne es erklären zu müssen.

Am 5. 5. 1997 traf ich mich mit Matthias Steier in seinem Atelier im Ärztehaus zu diesem Interview. Mein Kopf war voller Fragen und das Band vom Diktiergerät noch leer.

Du bist freischaffend. Wie teilst du deinen Tag ein?
Wenn man mich früh fragt: „Was – du bist schon auf?“, dann sage ich immer, du denkst wohl auch, ich bediene das Klischee, dass der Künstler sowieso erst mittags aufsteht oder im Bett liegen bleibt, bis ihn die Muse küsst. Das ist nicht so. Da bin ich eigentlich ein regelmäßiger Arbeiter. Aber nicht aus irgendwelchen Zwängen, sondern weil mir mein Beruf eben auch Bedürfnis ist. Ich bin ein Frühaufsteher und auch relativ zeitig im Atelier. Die ganzen handwerklichen Arbeiten, die auch gemacht werden müssen, erledige ich vorher – bis mich die Muse küsst.

Und wann küsst dich die Muse? Mehr draußen oder im Atelier?
Ich bin eigentlich auf Arbeit, sobald ich die Augen aufmache. Nun, das kann draußen sein, das kann durchs Fernsehen sein…, durch vielfältigste Beeinflussung. Das kann ein Buch, ein Film, die Lokalpolitik, eine persönliche Auseinandersetzung, irgendwelcher Zoff mit sonstwem, der besondere Lichteinfall in einer bestimmten Landschaftssituation sein. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich.

Was ist deine Motivation?
In erster Linie male ich die Bilder für mich. Es sind meine Reflexionen zur Zeit, zur Welt, zu allem Möglichen. Manchmal fragt mich jemand: Was hälst du für dein bestes Bild? Da antworte ich dann – und es kann auch gar nicht anders sein – das Bild, was ich gerade auf der Staffelei habe, das wird das beste Bild.

Bist du kritisch mit dir, wenn du so ältere Bilder siehst? Sagst du dann, das ist Scheiße oder…?
Es ist ja so, ein Bild ist nie wiederholbar. Man würde dasselbe Bild in einem zeitlichen Abstand immer etwas anders malen.

Fühlst du dich irgendeinem Zeichenstil verbunden? Über Matthias Steier höre ich oft, das sei Surrealismus?
Ja, surrealistische Anklänge schon. Ich würde vielleicht eher sagen: magischer Realismus, simultane Bildkonstellation. Also Dinge, die so nicht zusammen passen, die aber in meiner angestrebten Bildaussage patchworkmäßig zusammen gefügt werden.

Gehst du da nach Aussehen? Also nur, weil es gut aussieht?
Erst einmal inhaltlich. Andererseits können dann aber wieder Elemente hinzukommen, aus formalen Gründen, um das Bild „rund“ zu machen. Dann malst du aber nicht irgendwas, es muss schon etwas mit dem Bildinhalt zu tun haben.

Hast du schon einmal das Bedürfnis gehabt, den Betrachter zu verwirren, indem du etwas gemalt hast, was dir gerade eingefallen ist?
Es ist einfach so, dass ich natürlich meine Vorstellungen habe. Dann kommt aber auch Unterbewusstes unter Umständen mit rein. Es ist einfach nicht so, dass ich alles erklären kann, weil manches eben unbewusst entsteht. Und ein Bild ist eben auch kein Kreuzworträtsel, was bis auf den letzten Buchstaben auflösbar ist. Ich habe auch meinen Spaß daran, an meinen Einfällen. Klar, eine persönliche message habe ich schon, ich stell das jetzt aber nicht als Dogma hin, und die Betrachter müssen das alles so erkennen wie ich. Die guten Bilder sind eigentlich immer die, die irgendwie so auf der Kippe stehen. Also wo es mehrere Auslegungsvarianten gibt. Das erste Mal habe ich den Spaß beim Malen, und das zweite Mal habe ich einen eminenten Spaß, wenn Beobachter mir schlüssige Interpretationen eines Bildes bringen, die anders liegen als meine.

Außerdem sieht ja sowieso jeder etwas anderes.
Eben.

Aber das scheinen viele Kunstlehrer nicht zu begreifen.
Es ist ein himmelweiter Unterschied, wie Kunsterzieher so eine Arbeit beurteilen und wie Künstler sowas sehen.

Es sind eben keine Künstler, sondern Lehrer. Was rätst du dem Nachwuchs? Da ist jemand, der meint, er hätte Talent.
Man darf sich nicht so einer momentanen Laune hingeben, oder weil es chic ist. Jetzt werden wir Künstler, das ist chic. Es ist ein ziemlich hartes Dasein, mein Beruf ist mein Luxus. Man muss feststellen, dass, wenn man Blut geleckt hat, nicht mehr ohne kann, dass es wirklich die Erfüllung ist.

Was bedeutet Kunst für dich? Wo siehst du den Stellenwert der Kunst? Ist Kunst etwas, das unterhalten soll oder…?
Kunst ist für mich dazu da, ja, zu unterhalten schon, aber, um das zu präzisieren, auch um eine geistige Beweglichkeit zu befördern.

Das ist gut. Du hast eine allgemeine Frage konkret allgemein beantwortet. Mir sind die Fragen ausgegangen, ich beschließe, ich bin jetzt fertig. Hast du noch ein Schlusswort?
Geschmiert ist nicht gemalt.

Ich danke für dieses Gespräch.


Quelle: ZIELSCHEIBE, Nr. 23, Mai 1997, S. 11
Foto: ehstiques (flickr)

Montag, 15. Mai 2006

Lenin Riefenstahlin sacht:

"Eisenhüttenstadt hilft gegen akuten Eisenmangel,
denn hier produzieren wir alles außer Dieb-Stahl."

Samstag, 13. Mai 2006

EisenhüttEnzyklopädie

Der Klügere schlägt nach! Wikihüttenstadt, das Lokallexikon, ist ab sofort startklar und wartet auf neue Einträge. Hierzu ist es erforderlich, sich anzumelden. Benötigt werden ein Benutzername und ein Passwort. Eine Handvoll Beiträge stehen schon drin:

A wie Anus Praeter
E wie Eisenbahnbrücke
G wie Graffiti
H wie Hip Hop Haus
M wie Hans Marchwitza
R wie Reimgeschwader
S wie Otto Schutzmeister
Z wie ZIELSCHEIBE (1. Artikel)

Die kreativen Köpfe vom Eisenhüttenstadt Blog, namentlich Ben und Silvio, hatten die Idee zu dieser Eisenhüttenzyklopädie erst am vergangenen Wochenende. Und bereits eine Woche später steht das elektronische Nachschlagewerk im bekannten und gewohnten Wikipedia-Layout im Internetz. Die verwendete Software heißt Wikimedia und der Quellcode ist Opensource. Ihnen allen gilt unser Dankeschön!

Für die selbstverfassten Einträge gelten die üblichen Regeln der Nettikette: kein Schweinkram, keine Naziparolen, keine Verleumdungen, keine Unwahrheiten, keine Verletzung der Privatsphäre! Simple Common Sense.

Freitag, 12. Mai 2006

Liste VI: Blogg, Hütte!

In den Neunzigern hieß es EHST ROCKT, nun lautet die Parole EHST BLOGGT. Da ist es naheliegend, auch hierzu eine Liste mit den bereits existierenden (und später dazustoßenden) Bloggs zu erstellen, um 1.) einen kleinen Überblick zu geben und 2.) Synergieeffekte zwischen den einzelnen Logbüchern zu provozieren, denn auch eine virtuelle E-Stadt lebt von der Vielfalt ihrer Bürger. Hier die vorläufige Liste, weitere Einträge sind sehr willkommen!

1) Eisenhüttenstadt Blog (http://eisen.huettenstadt.de)
2) Logbuch Eisenhüttenstadt (da bist du gerade, lieber Leser)
3) AusHütte (http://www.aushuette.de)
4) EHST im EXIL (http://www.icke-ecke.de)
5) Alfred Reisner (http://www.stalinstadt.de)
6) ...

Donnerstag, 11. Mai 2006

Wiki:Hüttenstadt sucht Logo

Geneigter Leser, Deine Kreativität ist gefragt. Die Kollegen vom Eisenhüttenstadt Blog brauchen unsere Hilfe. Welches Logo soll fortan das Wikipedia aus und über Eisenhüttenstadt verzieren? Es sollte originell sein und etwas mit der Stahlstadt zu tun haben. Trage Deine Idee(n) bitte als Kommentar zu diesem Eintrag, oder noch besser unter dem Originalbeitrag (einfach auf die Überschrift oder den Link hier klicken), ein.

Mittwoch, 10. Mai 2006

EisenhüttenBibliografie 1.0

Das Logbuch Eisenhüttenstadt, euer treuer Freund und Begleiter durch den stahlgrauen Alltag, hat ein neues gigantomanisches Projekt in Angriff genommen: Die ultimative Eisenhüttenstadt Bibliografie. Kann sein, dass dies unsere Kräfte übersteigt. Kann sein, dass wir an dieser Aufgabe zerschellen wie Eierschalen an einer explodierenden Atombombe. Kann sein, dass die meisten unter uns die Fertigstellung dieses Projekts nicht mehr erleben werden (ein ParadoX: die ultimative EH-Bibliografie wird niemals fertig sein, denn das ultimativ letzte EH-Buch wird nie gedruckt werden). Trotz alledem! Lasst mich mit den Worten von Che Guevara antworten: "Seien wir realistisch! Versuchen wir das Unmögliche!" Auf zur ersten Version! (Lieber BigBiblioBen, ich hoffe künftig auf deine Rechercheerfahrungen beim weiteren Ausbau dieser Datenbank.)


FACH- & SACHBÜCHER:

Stadt Eisenhüttenstadt / Museum / Galeriebeirat (Hg.): 50 Jahre Kunstsammlung Eisenhüttenstadt. Ausstellung Mensch Industrie Stadt. Leipzig: 2000.

Lutz Schmidt, Herbert Nicolaus (Hg.: EKO Stahl): Einblicke - 50 Jahre EKO Stahl. 2000.

Dagmar Semmelmann / Geschichtswerkstatt Eisenhüttenstadt e.V. (Hg.): Eisenhüttenstädter Lesebuch. Interviews. Berlin: 2000.

Elisabeth Knauer-Romani: Eisenhüttenstadt und die Idealstadt des 20. Jahrhunderts. Weimar: 2000.

Valérie Lozac'h (Hg.): Eisenhüttenstadt. Leipzig: 1999.

Ruth May: Planstadt Stalinstadt. Ein Grundriß der frühen DDR - aufgesucht in Eisenhüttenstadt. in: Dortmunder Beiträge zur Raumplanung, Nr. 92 (Hg.: Institut für Raumplanung [IRPUD], Fakultät Raumplanung, Uni Dortmund).

Arbeitsgruppe Stadtgeschichte (Hg.): Eisenhüttenstadt: „Erste sozialistische Stadt Deutschlands“. Berlin: 1999.

Rosmarie Beier (Hg.): Aufbau West Aufbau Ost. Die Planstädte Wolfsburg und Eisenhüttenstadt in der Nachkriegszeit. Buch zur Ausstellung des Deutschen Historischen Museums 16. Mai bis 12. August 1997.

Jenny Richter, Heike Förtser, Ulrich Lakemann: Stalinstadt - Eisenhüttenstadt. Von der Utopie zur Gegenwart. Marburg: 1997.

Helmut Ohl: Städte im Aufbruch. (Eisenhüttenstadt, Beeskow...) Fürstenwalde/Spree: 1995.

Tilo Köhler:
1) Kohle zu Eisen, Eisen zu Brot. Die Stalinstadt. Berlin: 1994.
2) Lust am Schaffen, Freude am Leben. Die Stalinwerke. Berlin: 1995.

Klaus-Dieter Gansleweit (Redaktion): Eisenhüttenstadt und seine Umgebung. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme im Gebiet zwischen Oder, Neiße und Schlaubetal um Eisenhüttenstadt und Neuzelle. Berlin: 1986. (Werte unserer Heimat; Band 45).

Kurt W. Leucht / Deutsche Bauakademie: Die erste neue Stadt in der DDR. Planungsgrundlagen und -ergebnisse von Stalinstadt. Berlin: 1957.


BELLETRISTIK:

Rainer Kerndl: Der „jungsche“ Ingenieur. in: Die von Morgen träumen... (Anthologie) Berlin: 1959.

Hans Marchwitza: Roheisen. Roman. Berlin: 1955.

Karl Mundstock:
1) Helle Nächte. Roman. Halle/Saale: 1952.
2) Wo der Regenbogen steigt. Skizzen. Halle/Saale: 1970


WEITERE TITEL, in denen Eisenhüttenstadt eine Rolle spielt:

Elisabeth Pfister: Unternehmen Romeo. Die Liebeskommandos der Stasi. Berlin: 1999, S. 158-177.

Marta Rojas, Mirta Rodríguez Calderón (Hg: Nadja Bunke): TANIA la guerrillera. Havanna: 1970 (Berlin: 1998).

Eberhard Panitz: Tamara Bunke. Mit Che Guevara in Bolivien. GNN Verlag: 1995, S. 24-28.

José A. Friedl Zapata: TANIA. Die Frau, die Che Guevara liebte. Berlin: 1997, S. 18-33.

Lutz Niethammer, Alexander von Plato, Dorothee Wierling: Die volkseigene Erfahrung. Eine Archäologie des Lebens in der Industrieprovinz der DDR. 30 biographische Eröffnungen. Berlin: 1991.

Thomas Topfstedt: Städteumbau in der DDR 1955-1971. Leipzig: 1988.

Dienstag, 9. Mai 2006

Abrissbirnenkompott

An dieser Stelle wird anhand von neun Bildern gezeigt, wie ein Plattenbau in einen platten Bau verwandelt wird. Wie lateinerten die verdroschenen Römer in den AsteriX-Heften immer so schön: Sic transit gloria mundi. So vergeht der Ruhm der Welt. Die Bilderreihe entstand übrigens nicht im vom Komplettabriss bedrohten VII. WohnkompleX, sondern im fast komplett sanierten VI. WohnkompleX (Fröbelring! sagt Dirk, der Fotograf; Diesterwegring! sage ich, der TeXtator).









Fotos (alle): Apollon Dirk Díaz

Montag, 8. Mai 2006

Stahlwerk Orange. Romanfragment.

„In einer Welt, in der man nur noch lebt,
damit man täglich roboten geht,
ist die größte Aufregung, die es noch gibt,
das allabendliche Fernsehbild.
Jeder Mensch lebt wie ein Stahlwerk,
wie ein Computer programmiert.
Es gibt keinen, der sich dagegen wehrt,
nur ein paar Jugendliche sind frustriert.“
(Die Toten Hosen: Hier Kommt Alex!)


„Hej – was geht ab?“
Da saßen wir nun, das heißt ich, Alex, und meine drei Droogs Ben, Ken und Sven, in der Mokka-Milch-Eisbar und überlegten, was wir mit diesem jungen Frühlingsabend anstellen sollten. Die Mokka-Milch-Eisbar war der einzige Ort in Satelittenhüttenstadt, an dem man Schwedeneisbecher löffeln oder aber die obergeile Fruchtmilch Plus, die Lust auf mehr machte, ordern konnte. Den Nachmittag hatten wir in der nahe gelegenen RFT-Plattenbutike verbracht, um die neuesten Scheiben des guten alten Ludwig van oder vom wirklich begabten Amadeus zu sluschen.

Nun waren die Geschäfte, bis auf die Spätkaufhalle Fix, geschlossen, und die Straßen waren noch öder als am Tage. Im Kaufhaus Magnet gingen gerade die Lichter aus. Doch es war eindeutig noch zu früh, sich jetzt heimwärts zu trollen. Darüber hinaus waren wir spitz wie Lumpi und wollten uns jeder noch eine Devotschka angeln, um mit ihr das alte Rein-Raus zu veranstalten.

Euer ergebener Erzähler hatte sich bereits eine liebliche Fruchtschnitte ausgekuckt. Sie saß in so nem Teil, dass die Schultern frei ließ, inmitten ihrer Freundinnen am anderen Ende der Milchbar und hatte elfenhaft braunes Haar, das sich wie ein Wasserfall über die marmorne Haut ihrer entblößten Schultern ergoss. Die Nacktheit ihrer Schultern brachte mich dazu, sie in meinen Gedanken weiter zu entblättern, bis ich schließlich die rosa Blüten ihrer zarten Rose zu sehen bekäme…

„Hej – was geht denn nun?“ Ken riss mich mit seiner dämlichen Frage, die den Grad seiner Unselbständigkeit bewies, jäh aus meinen Gedanken. Das machte mich völlig rasdras und ich gab ihm einen gezielten Toltschock in sein Litso. Ken glotzte besumni zurück, sagte aber nichts. Ben und Sven smeckten. Eins war Sache, wir mussten uns ein bisschen Valuta organisieren, denn: ohne Moos nix los. Die Ladys wollten umsorgt sein, bevor man es ihnen besorgte.

Satelittenhüttenstadt ist eine geplante Stadt, am Reißbrett entstanden, auf Anweisung von Ganzoben. Auf dem Reißbrett, also in der Draufsicht, mag sie gleichmäßig und harmonisch erscheinen, doch die Draufsicht ist die Perspektive eines über den Dingen stehenden Gottes. Aus der Innenansicht, also der menschlichen Perspektive, wirkt sie langweilig und ungemütlich. Alles hier steht im rechten Winkel zueinander: die Straßen, die Häuserblocks, die Rasenflächen vor den Häuserblocks, die Wäscheleinen innerhalb der Rasenflächen und die Fußwege um die Rasenflächen herum. Wenn es viereckig blühende Blumen und kubisch wachsende Bäume geben würde, hätten die Architekten auch diese für Satelittenhüttenstadt verwandt.

Mein Plan sah vor, gemeinsam mit Ben einen Wagen zu krasten, um die Devotschkas an den Stadtrand, zur Skiwiese zu chauffieren. Ken und Sven sollten indessen mit dem alten Timurtrick die Kassiererin im Fix übertölpeln und so die Ladenkasse der Spätkaufhalle plündern. Wir mussten fertig sein, bevor das Eisenkombinat seine Spätschichtler ausspuckte und die Stadt kurzzeitig zum Leben erweckte. Nach gelungener Operation wollten wir uns an den Strauß junger, ungepflückter Blumen heranmachen und sie mit ordentlich Fruchtmilch Plus abfüllen. Ich konnte es kaum erwarten, der kleinen Prinzessin mit dem wallenden Haar mein Königreich zu zeigen…

(08:05:2006@e-city:de)

Aufgegabelt

Der Saschi hat, was wohl jeder gern hätt',
drum zeigen wir es hier im Internet.
Gänzlich einzigartig, ja fa-bel-haft
- man betrachte nur den Gabelschaft!
An den vier plus zehn Buchenstaben
kann man sich trotz leerem Teller laben
Die Augäpfel sehen sich dran satt,
denn dort steht "Krh Stalinstadt".

Bereitgestellt von Saschi. Danke.

Sonntag, 7. Mai 2006

New Kids On The Blogg

Den heutigen Sonn-Tag habe ich im schönen Eisenhüttenstadt verbracht, um mich mit Ben, Silvio und ALex, den Blogwarten vom EisenhüttenBlog, zu Kooperationsvereinbarungen zu treffen. Die Zusammenkunft stand ganz im Zeichen des Genusses des vielfältigen Angebots urbaner Eisenhüttenstädter Freizeitgestaltung. Zum Auftakt aßen wir in der Mokka-Milch-Eisbar einen zünftigen Eisbecher, ehrten dann die gefallenen Rotarmisten auf dem Platz des Gedenkens (ehemals Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft), fotografierten im Anschluss die Stadtflagge vor dem Rathaus, welche nur zu besonderen Anlässen (wie unserem Blogwarttreffen) gehisst wird, wanderten zum gefährdeten Heimattiergarten, wo wir besonders Freundschaft mit den Kleinstlebewesen vor Ort (Mücken, Gnitzen) schlossen, warfen dann einen wehleidigen Blick auf die Ruine des AKTIVIST und beendeten unseren Ausflug bei BurgerKing, einer Fastfoodkette, die ich an dieser Stelle unerwähnt lassen möchte.

Ein Ergebnis dieses epochialen Treffens könnt ihr bereits sehen: diesen Artikel. Und, was noch viel großartiger ist - es gibt ab sofort die Eisenhüttenstadt-Encyklopädie auf http://wiki.huettenstadt.de. Musste klicken!

Auf dem Heimweg wurde ich im Dunkeln von einem Maikäfer (es gibt sie wieder!) frontal mit einem Nasenstüber kontaktiert. An dieser Stelle möchte ich mich auch gleich einmal für die guten Manieren einsetzen, denn zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt meine Hand vor dem Mund, da ich vor Müdigkeit gähnen musste, ansonsten wäre mir das kleine Maikäferchen direkt in meinen geöffneten Mund geflogen. Doch das nur am Rande.

Hütte lebt!
Und Andy Leser!

Samstag, 6. Mai 2006

Svenska Dagbladet har skrivit:

Ab und an liest mensch den Namen Eisenhüttenstadt auch in der internationalen Presse. So fand ich heute im schwedischen Tageblatt (Svenska Dagbladet) folgenden Artikel aus dem Jahr 2002, von dem ich des besseren Verständnisses wegen gleich mal eine Rohübersetzung angefertigt habe:

Nowa Huta mit seinen heute zirka 220.000 Einwohnern, ist von den nach dem Weltkrieg im Ostblock erricheten "Stahlstädten" die intakteste. Vorbild für die sozialistische Musterstadt ist Magnitogorsk im Ural, welche Stalin zu Beginn der 30er Jahre erbauen ließ. Die Stadt wurde rund um ein Stahlwerk und nach Plänen des deutschen funktionalistischen Architekten Ernst May errichtet.

In der DDR stampfte man zu Beginn der 50er Jahre Stalinstadt aus dem Boden, welches später Eisenhüttenstadt getauft wurde. Die ursprüngliche Stadtplanung basierte auf Ideen des Bauhauses, jedoch wollten die Stahlwerker mehr repräsentative Bauten und bekamen so schließlich eine Stadt, die in vielerlei Hinsicht an Ostberlins Prachtstraße Stalinallee, heute Karl-Marx-Allee, erinnert.

Zu den weniger bekannten Stahlstädten gehört das ungarische Dunaujvaros, vormals Sztalinvaros, das 1950 gegründet wurde und heute 40.000 Einwohner besitzt. In Dunaujvaros findet man noch heute eine Mischung aus neoklassizistischen Fassaden, ägyptischen (?) und vom Funktionalismus inspirierten Wohnumgebungen. Über den selben Hintergrund verfügt auch das 1947 errichtete Dimitroffgrad in Bulgarien.


Zu Nova Huta im Internetz: www.nh.pl/english/index.htm

Stalinstadt al tempo del declino

Für Freunde der italienischen Sprache gibt es auf den revolutionären Seiten der Partito Comunista Rifondazione (Neugründung der Kommunistischen Partei) eine unterhaltsame Leseprobe zur Eisenhüttenstadt: "Stalinstadt al tempo del declino - Stalinstadt in Zeiten des Untergangs". Einfach auf die Überschrift dieses Beitrags klicken und schon seid Ihr dort.

Darin wird, und das sogar ziemlich am Anfang, das Café Olé in der Glashüttenstraße erwähnt: "Al bar Olé, alla periferia della città, qualcuno sta spaccando legna. - Im Café Olé, am Rande der Stadt, hackt jemand Holz." Sebastian, der Größte aus der befragten Gruppe, wird mit den Worten zitiert: "Prima almeno c'era lavoro; adesso i giovani incominciano a drogarsi a 12 anni. - Zuerst gab es weniger Arbeit; und nun fangen die Jugendlichen bereits mit 12 Jahren an sich zu betäuben." Auch vollständige und dazu bekannte Namen wie Wolfgang Perske (il vice-sindaco) oder Andreas Ludwig (direttore del museo) finden in dem Artikel Erwähnung.

Doch nun auf! Lest selbst! Wie ich soeben entdecken musste, wurde der Originalartikel bereits im September 2004 auf der Seite von "LeMondeDiplomatique il manifesto" veröffentlicht.

Ciao!
Euer Harry Widertschi

Freitag, 5. Mai 2006

Anstatt Karl-Marx-Stadt

Der Begründer des theoretischen Kommunismus hätte heute seinen 188. Geburtstag. Karl Marx wurde am 5. 5. 1818 in Trier geboren, doch seinen Namen bekam eine Stadt, in der er nachweislich nie war: Chemnitz. Die SED-Regierung wollte mit der Umbenennung die Vergangenheit tilgen und ihre eigene Herrschaft namentlich zementieren. Auch das märkische Neuhardenberg, das den Namen eines einflussreichen Adelsgeschlechts trägt (derer von Hardenberg), wurde zu diesem Zweck von der DDR-Regierung in Marxwalde umbenannt. Heute tragen beide Orte wieder ihren ursprünglichen Namen. Bei der Rückbenennung ging es allerdinx nicht darum, sich an Karl Marx für die Verbrechen des Kommunismus zu rächen, sondern darum, altes Recht wiederherzustellen. Dass Marx immer noch zu den ganz großen Philosophen mit Weltbedeutung zählt, beweist die Tatsache, dass weiterhin viele Straßen in Ost UND West nach ihm benannt sind.

Wenn die Geschichte etwas anders verlaufen wäre, dann gäbe es auch Karl-Marx-Stadt heute noch – anstelle der Eisenhüttenstadt. Im Jahr 1953 hatte die Staats- und Parteiführung vorgesehen, die neue sozialistische Stadt an der Oder nach dem „größten Sohn des deutschen Volkes“ zu benennen. Doch dann starb am 5. 3. 1953, zwei Monate vor Marxens 135. Geburtstag, der „Vater der Völker“ Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, besser bekannt als Stalin. Und da in autoritären Strukturen Väter mehr Gewichtung besitzen als Söhne, gab man der Stadtneugründung den Namen Stalinstadt (die anderen sozialistischen Bruderstaaten hatten schon alle eine solche Metastase) und taufte stattdessen das sexische Chemnitz in Karl-Marx-Stadt um. Allerdinx begann bereits mit Stalins Tod auch dessen Ruhm und Ansehen zu verblassen, und ab 1961 war dann (bis auf Albanien) Schluss mit den Stalinstädten: Die Stalinstadt an der Wolga hieß wieder Wolgograd, und die Stalinstadt an der Oder wurde durch den Trick einer Ortszusammenlegung zur Eisenhüttenstadt.

Schade eigentlich. Dabei hätte die Bezeichnung Karl-Marx-Stadt durch ihren Verweis auf den Erfinder des Kommunismus, durch das dreigliedrige, gespreizt wirkende Schriftbild und den artifiziellen Klang der Namenskonstruktion auf lauter „a“-Silben viel besser zur sozialistischen Planstadt gepasst…

Übrigens, die Überschrift enthält einen externen Link, der verweist auf die digitale Ausgabe des Kommunistischen Manifests von Marx und Engels (http://gutenberg.spiegel.de), dessen Lektüre ich jedem politisch interessierten Bürger, egal welche Coleur seine Socken haben, dringstens anempfehlen möchte. Das Büchlein ist in weiten Teilen sehr luzide geschrieben und amüsant zu lesen.

(Notabene: Nein, Karl Marx gehörte nie zu den Marx Brothers und Stalin ist nicht Erfinder der nach ihm benannten Stalinorgel.)

Mittwoch, 3. Mai 2006

Zeitläufte I

"Einszweidrei, im Sauseschritt / Läuft die Zeit; wir laufen mit." Mit diesen Zeilen hat sich Wilhelm Busch einst seinen Reim auf die permanente Vergänglichkeit des Moments gemacht. Auch Orte (sowohl in der Bedeutung von Platz als auch von Stadt) verändern sich. Das Logbuch Eisenhüttenstadt möchte in kleinen Foto-Serien diese Veränderungen sichtbar machen. Während heute eher der Abriss von Häusern das Gesicht von EiHü prägt, gab es auch mal eine Zeit des Aufbaus. Von dieser Zeit zeugen die vier chronologisch aufeinander folgenden Fotos, die eine uns allen wohlbekannte Kreuzung zeigen...

Fotos & Repros: Hoppel