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Dienstag, 11. April 2006

Guten Morgen, Eisenhüttenstadt!

Ein neuer Tag, ein neues Tagebuch. Ein neues Tagebuch für Eisenhüttenstadt. Eine geplante Stadt, die 40 Jahre lang als Erste sozialistische Stadt Deutschlands gefeiert und als Ziehkind der DDR-Regierung verhätschelt wurde.

Die Eisenhüttenstädter haben Wohnkomplexe. Früher sieben, heute nur noch sechs. Seit 1989 schrumpft die sozialistische Vorzeigestadt. Von ehemals 50.000 Einwohnern leben heute (trotz Eingemeindung der Dörfer Diehlo und Lawitz) nur noch ca. 35.000 in Eisenhüttenstadt. Ein ganzes Stadtviertel, der erst 1988 errichtete VII. WohnkompleX, ist zum Abriss freigegeben. Auch in der Stadt stehen viele Gebäude leer, darunter mehrere Wohnblocks, die Speisegaststätte AKTIVIST und das Hotel LUNIK (siehe Zündholzbildchen).

Doch bevor Eisenhüttenstadt ganz im Land der platonischen Ideen verschwindet und zu einer Gemeinde von Utopia (utopos = nirgendwo) wird, soll mittels dieses Tagebuchs so viel wie möglich von der Stahlstadt bewahrt und überliefert werden, damit Eisenhüttenstadt anhand dieser Informationen eines fernen Tages auf einem erzhaltigen Planeten oder notfalls im Internet - rein virtuell natürlich - neu errichtet werden kann.

Alle jetzigen, ehemaligen und fiktiven Bewohner Eisenhüttenstadts sind aufgerufen, hier ihre Kommentare abzugeben, eigene Anekdoten, Bilder und Geschichten einzureichen oder anderweitig einen Beitrag zur Bewahrung zu leisten.

Mit sozialistischem Ofengrus!

Kommentare:

  1. Ofengruß wird mit sz ß geschrieben.
    Thälmannpionier Klaus.

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  2. Allerdinx nicht, wenn damit der Grus, der als krümeliger schwarzer Rückstand in Kohlenkellern zurückbleibt, gemeint ist.

    Thälmannpionier Klaus - bleib bereit!

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